Grave
Die Totengräber sind zurück! 30 Jahre nach der Herausgabe ihres Debütalbums „Heavy Metal Breakdown“ sind die Gladbecker Recken immer noch da, und besinnen sich endlich auf alte Werte! Nachdem man sich als geneigter Hörer in den letzten Jahren immer wieder mit soliden bis mittelmäßigen Veröffentlichungen zufrieden geben musste, wollen es die Altmetaller jetzt nochmal so richtig wissen.

Schon das Intro jagt dem Hörer mit seiner atmosphärischen Dichte und einer fast spürbaren Kälte erste Schauer über den Rücken. Der daran folgende Song „Hell Funeral“ überrollt förmlich mit kompromisslosem, ungekünstelten Metal der alten Schule. Kraftvoll und schnell die Riffs, kantig und rauh der Gesang, so mögen wir das! Chris Boltendahl kanns noch und klingt auch 2014 richtig gut und unverwechselbar.

Auch „Wargod“ lässt den Hörer nicht zur Ruhe kommen, die Double Bass peitscht gnadenlos vorwärts, der Refrain geht ins Ohr und bleibt im Kopf, Ohrwurmgefahr ist hier auf jeden Fall gegeben. Auffallend ist auch hier der extrem gute Sound, der sich durch die ganze Scheibe durchzieht und eine echte Wohltat für die Ohren ist, so lassen sich die gigantischen Riffs doch erst richtig genießen. Axel Ritt beweist hier wieder einmal, dass er ein echter König der Gitarren ist und lässt keinerlei Raum für Beschwerden.

„Tattoed Rider“ lässt etwas Raum für Entspannung, der Midtemposong ist aber keineswegs langweilig, vielmehr eine perfekt angelegte Hymne, eine Ode an die gute alte Metalzeit. Großartiger Song und mein persönliches Lieblingsstück des Albums.

Athmosphärisch dicht und mystisch angehaucht stampft „Season of the Witch“ mit brachialer Kraft vorwärts, ein sehr kraftvolles Stück mit extrem hohen Wiedererkennungswert. Charisma pur!

Besinnlich geht es mit „Road Rage Killer“ nun nicht gerade weiter, hohes Tempo, glasklare Riffs, ein Strom der alles mitreißt was ihm in den Weg stellt. Hier greift Axel Ritt ganz tief in die Trickkiste und holt wirklich alles aus seiner Gitarre heraus. Besser geht’s gar nicht!

Nach einer kurzen Midtempo Verschnaufpause mit „Grave Desecrator“ geht’s im Highspeed und auf der Überholspur weiter. „Satan´s Host“ lässt keinen Raum für Fragen, brutal und schnell, aufregender Sound der geradezu zum Rasen auf der Autobahn animiert. Wer dazu neigt, sollte diesen Song besser überspringen.

Zum Ende des Albums hin, wird es nun doch etwas besinnlicher. Mit „Death Smiles at All of Us“ lässt es das Quintett nochmal so richtig krachen und schafft eine richtig geile Hymne, die zum Mitgröhlen geradezu einläd, bevor der geneigte Hörer nach 44 Minuten Spielzeit mit der träumerisch ruhigen Ballade „Nothing to Believe“ bei der Reibeisenstimme Chris Boltendahl auch mal seine softe Seite zeigen darf (sofern diese vorhanden sein sollte), in den Feierabend entlassen wird.

Mein Fazit: Das Beste was Grave Digger seit Langem auf die Beine gestellt hat. Auf dieser Scheibe gibt es keine Enttäuschungen sondern 44 Minuten puren und wahren Metal von hoher Qualität. Wer braucht schon Konzeptalben, hier gibt’s eine volle Ladung Grave Digger, schnörkellos, authentisch, kraftvoll, Musik für echte Männer und Frauen. Für mich eine der positiven Überraschungen des Jahres.

Titel:

Return of the Reaper

Veröffentlicht am:

11.07.2014

Label:

Napalm Records

Bewertung:

9.0

MP3s kaufen
Album kaufen

Tracklist:

1. Return Of The Reaper
2. Hell Funeral
3. War God
4. Tattooed Rider [X]
5. Resurrection Day
6. Season Of The Witch
7. Road Rage Killer
8. Grave Desecrator
9. Satan\'s Host
10. Dia De Los Muertos
11. Death Smiles At All Of Us
12. Nothing To Believe