Crematory
Ich muss zugeben, dass ich Crematory vor einer ganzen Weile aus den Augen verloren habe. Ich bin mir auch noch nicht wirklich sicher ob das ganz so schlimm ist. Denn schon der erste Track vom neuen Album namens Antiserum nervt mit einem penetranten Piepsen wie es der schlimmste Wecker an einem Montagmorgen tut. Zum Glück ist „Apoocalyptic Vision“ nur ein Introtrack und kann deshalb auch gut übersprungen werden. Es geht nahtlos zu „Until The End“ über, harte Gitarren für Gothmetal obligatorische Keyboards und nunja… schmalzigere Lyrics als man sich vorstellen kann. So richtig fegt mich die Nummer nicht von den Socken. „If You Believe“ ist dafür eine abgesehen vom Anfang ein kernig harte Song, solange man nicht den Fehler macht und hinhört was der nette Onkel da so singt. Große Lyrik sind die Texte mit Sicherheit nicht. Bei „Inside Your Eyes“ sind sie wieder da, die Dudel-Keyboards. Bis auf das gegrowle könnte die Nummer auch locker im Radio laufen. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Zum Glück ist der Text auf Englisch.  „Kommt näher“ ist eine dieser typischen Gothik-Tanznummern bei denen die härteren Riffs eher das Grundgerüst legen und bei denen das Keyboard in den Vordergrund drängt. Das könnte man sogar gut finden, wenn nicht wieder so ein oberpeinlicher Grufti-Text aus den Boxen suppen würde. Bei „Irony Of  Fate“ ist definitiv einer der besseren Songs auf Antiserum, schön ausgewogen, kein Instrument versucht sich zum Erbrechen in den Vordergrund zu spielen und besonders die normalen Gesangsparts gefallen mir recht gut. „Virus“ kann man dann wieder eher unter totalausfall verbuchen. „Das Virus tötet alles“ Ernsthaft, wer denkt sich so einen Quark aus? Als Instrumental wäre der Song noch zu gebrauchen gewesen, aber wie bei so vielen anderen Songs versauen einem die Auf-Teufel-Komm-Raus-Goth Lyrics den Spaß. „Back From The Dead“ kann ich nicht so richtig einordnen. Das Ganze wirkt am Anfang eher wie eine Hintergrundnummer und mausert sich dann doch noch zu einem ganz netten Song, der für meinen Geschmack allerdings ein wenig mehr Power haben könnte. „Welcome“ ist wortwörtlich eine willkommene Abwechslung. Hier fahren Crematory den Elektronikanteil wieder stark zurück, was der Nummer gut zu Gesicht steht. Die harte, atmosphärische Ballade „Antiserum“ schließt das Album ab und gehört für mich definitiv zu den besten Songs auf dem Album. Der Song sorgt für eine wohlig düstere Stimmung.

Fazit: Wenn die Lyrics oft nicht so schreiend schlecht und die elektroniklastigen Parts nicht so präsent wären, dann wäre Antiserum ein gutes Album. So schaffen Crematory es allerdings gerade mal in die Kategorie „unteres Mittelmaß“. Das ist schade, denn gerade die cleanen Gesangsparts sind cool wenn man den Text außen vor lässt.

Titel:

Antiserum

Veröffentlicht am:

21.02.2014

Label:

SPV Steamhammer

Bewertung:

4.0

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Tracklist:

1. Apocalyptic Vision
2. Until the end
3. Shadowmaker
4. If you believe
5. Inside your eyes
6. Kommt näher
[X] 7. Irony of fate
8. Virus
9. Back from the dead
10.Welcome
[X] 11. Antiserum