Bloody

Mangelnde Aktivität kann man den Bloody Hammers nun wirklich nicht nachsagen: Bereits ein Jahr nach "Spiritual Relics" und zwei Jahre nach dem selbstbetitelten Debut folgt dieses Jahr schon das nächste Werk der Amerikaner.

Die Band preist ihren Sound als Dark Horror Rock an und schon das Cover von "Under Satan's Sun" im 70er-Jahre-Horrorfilm-Look trägt dieser Bezeichnung Rechnung. Der Sound der Bloody Hammers, der maßgeblich von Bands wie Alice Cooper, Black Sabbath, Nick Cave, Sisters of Mercy und den Misfits beeinflusst wurde, ist auch auf diesem Album eine Mischung aus Stoner, Gothic und 70er Occult Rock. Die Lyrics handeln von Gruselgeschichten aus North Carolina, der Heimat der Band, und verbreiten eine Stimmung, die durchaus zu einem Bahnhofskino-Horrorfilm passt.

Während der erste Track sich noch langsam und recht simpel präsentiert, bringen Songs wie "Spearfinger" oder "Dead Man's Shadow" mit typischen Stoner-Gitarren und kultigen Hammond-Orgeln die Füße zum wippen. Die Melodien sind simpel aber eingängig und haben sofort Ohrwurm-Potential. Wie sehr die charismatische Stimme von Anders Mangas für den speziellen Touch sorgt, wird bei "Death do us part" klar: Hier erinnert seine tiefere Tonlage fast ein bisschen ein Ville Valo. Auch bei "The Last Alarm" oder "Welcome to the Horror Show" hört man den Einfluss von Gothic-Rock-Größen wie den Sisters of Mercy heraus. Der Schlusstrack "Necromancer" ist nochmal ein richtiger Knaller, der mit Tempowechseln und dichter Atmosphäre vollends überzeugen kann. Aber trotzdem liegen zwischen diesen Höhepunkten eher langweilige Stücke. Ein paar richtig gute Songs und genau so viele Mittelmäßige halten sich auf diesem Album die Waage.

Auch wenn "Under Satan's Sun" stellenweise sehr gut unterhält und die Produktion deutlich besser ist als bei den Alben davor, kann das Album doch nicht wirklich langfristig fesseln und läuft Gefahr, nicht mehr als gute Hintergrundmusik zu sein. Trotzdem muss man den Jungs zugute halten, dass sie ihrem Stil treu bleiben und sich spätestens jetzt einen festen Platz in der Occult-Rock-Nische erarbeitet haben.

Wer unkomplizierten 70er-Rock-Sound und Horror-Themen mag, sollte auf jeden Mal reinhören. Fans von Year of the Goat, Sabbath Assembly, Purson oder The Graviators sollten auf jeden Fall zugreifen.

 

Titel:

Under Satan's Sun

Veröffentlicht am:

30.05.2014

Label:

Napalm Records

Bewertung:

5.5

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Tracklist:

1. The Town That Dreaded Sundown (4:49)
2. Spearfinger (4:08)
3. Death Does Us Part (4:10)
4. The Moon Eyed People (5:35)
5. Second Coming (Alice Cooper Cover) (3:41)
6. Welcome To The Horror Show (4:39)
7. Under Satan´s Sun (4:16)
8. Dead Man´s Shadow On The Wall (4:17) [X]
9. The Last Alarm (4:29)
10. Necromancer (4:43) [X]