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"Nicht noch eine Band, die auf der Retro-Welle mit schwimmt," mag man beim Anblick des Debutalbum-Covers von den Jungs von The Golden Grass aus Brooklyn in New York denken, aber man begeht einen Fehler, wenn man deswegen nicht reinhört. Denn dieses Album sticht deutlich aus der Masse hervor. Schon der Opener "Please Man" klingt mit verzerrten Gitarren und psychedelischen Elementen nach den frühen 70er Jahren. Auch die anderen Songs klingen angenehm groovig, die Riffs gehen direkt ins Ohr. Die Musiker nehmen sich Zeit für Gitarrensoli, hier wird nicht gehetzt. Auch wenn's abgedroschen ist: Man fühlt sich tatsächlich an Bands wie Cream oder Led Zeppelin erinnert. Der 12-Minuten-Song "Wheels" zeigt das ganze Potential der Band: Blues, Psychedelic, Progressive, Space und Hard Rock. Hier gibt's schnelle Riffs, endlose Soli, komplexes Schlagzeugspiel und krasse Tempowechsel. Wer mit diesen Prog-Rock-Spielereien nicht viel anfangen kann, dürfte hier schnell genervt sein. Aber trotzdem wird hier spätestens klar: The Golden Grass verstehen etwas von Songwriting und sind mit Leidenschaft und Können bei der Sache. Nach nur 36 Minuten ist das Album leider auch schon zu Ende und es bleibt zu hoffen, dass das nächste Werk nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Auch wenn der Herbst schon angefangen hat, das hier ist ein echtes Sommeralbum, das man mit offenem Fenster im Auto oder mit einem Bier am See anhören will. Für die, die mit 70er-Prog-Rock etwas anfangen können oder für Fans von Danava, Horisont, Zodiac, Blues Pills oder Graveyard wird dieses Debut ein Ohrenschmaus sein.

Titel:

The Golden Grass

Veröffentlicht am:

09.05.2014

Label:

Svart Records

Bewertung:

8.5

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Tracklist:

1. Please Man (5:23)
2. Stuck on a Mountain (6:59)
3. One More Time (5:27)
4. Wheels (12:51) [X]
5. Sugar n\\\' Spice (6:11)