Adrian
Bei Fans eher derberer Klänge und Lyrics wird Adrian Weiss mit seinem Album „Easy Game“ kein leichtes Spiel haben. Wenn man aber alle Instrumentalmusik betreffenden Vorurteile wegfallen lässt, kann man mit der Scheibe durchaus Spaß haben.  Drei Jahre hat es gedauert bis Adrian sich nach seinem Debut „Big Time“ auf den heimischen Plattentellern zurückmeldet. In der Zwischenzeit war der Düsseldorfer aber nicht Tatenlos, denn unteranderem vermöbelt er bei den Powermetallern von Gloryful den Sechssaiter und auch mit Victor Smolski (Rage, Majesty & Passion) hat er schon zusammengearbeitet.


„Easy Game“ ist also sein neues Werk. Den Start macht der Song „Awkward Silence“, der gar nicht so unangenehm rüber kommt wie der Titel vielleicht vermuten lässt. Durch Slapping-Einlagenwird der Song eingeleitet und entwickelt sich dann aber relativ schnell zu einer melodischen HardRock Nummer die gut ins Ohr geht. „Instant Relief“  legt in punkto Melodie noch eine Schippe drauf. Kaum hat man sich an das Tempo gewöhnt tritt Adrian mit „Aim to please“ voll auf die Bremse und präsentiert einen Song der eine gemütliche Ballade tollen Melodie und ein paar härteren Elementen mischt.  Zeit für „Immediat Measures“, eine der wohl härteren Nummern auf der Scheibe. Hier hat man gelegentlich den Eindruck die Gitarren würden miteinander um die Vorherrschaft in dem Song kämpfen.  Das funktioniert aber ganz gut, ohne dabei total unübersichtlich zu werden.  Bei „The Last Days“  halten sich wieder balladige Melodieparts und treibende Rhythmusgitarren die Waage. „Hacienda“ bringt wenig überraschend ein wenig mexikanischen / western Flair auf das Album während „Camel’s Dance“ einen Ausflug in Richtung Orient unternimmt ohne jedoch den Bogen zu überspannen und ins kitschige abzudriften. Huch? „Second Sunset“ kommt unerwartet anders und mit einer verspielten Melodie und leicht jazzig daher. Härter geht es dann wieder bei „The Offering“ zur Sache. Treibende Rhythmus-Riffs unterstreichen den melodiösen Rocksong. Der namensgebende Song „Easy Game“  kommt dagegen fröhlich unbeschwert daher und setzt so einen erfrischenden Kontrast. Hier liegt der Fokus voll und ganz auf der Melodie, andere Instrumente treten in den Hintergrund. „Night Owl“ schafft, passend zum Titel, eine düstere schwermütige Atmosphäre. Der Song gewinnt allerdings erst gegen Ende etwas an Fahrt. Den Abschluss macht die Nummer „Offbeat Frankenstine“, die schön Abwechslungsreich daher kommt und keineswegs an ein Monster erinnert.

Fazit: Easy Game von Adrian Weiss ist ein ziemlich geiles Album.  Auch wenn mein Hauptaugenmerk normalerweise eher bei  weniger proggigen Projekten mit mehr Lyrics hängen bleibt, hatte ich an dem Album durchaus Spaß und habe mich nie gelangweilt. Die Scheibe driftet nie zu sehr ins Prog-Gefrickel ab, so dass man en Melodien relativ problemlos folgen  kann. Auch als Hintergrund-Soundtrack eignet sich die Scheibe prima.

Titel:

Easy Game

Veröffentlicht am:

06.07.2014

Label:

Bewertung:

8.5

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Tracklist:

Awkward Silence 4:45
Instant Relief 4:04
Aim to Please 4:24 [X]
Immediate Measures 3:45
The Last Days 4:17
Hacienda (Featuring Christian Muenzner) 4:12 [X]
Camel´s Dance 4:19
Second Sunrise 3:35
The Offering 4:22
Easy Game 4:05
Night Owl 5:51
Offbeat Frankenstine (Featuring Manuel Korsakow) 5:16