Sleep
Die Finnen von Sleep of Monsters sind in ihrer Heimat keine Unbekannten, seitdem sie als Vorband von HIM aufgetreten sind. Sie sind seit 2012 aktiv und haben jetzt mit "Produces Reason" ihr erstes Album herausgebracht. Die Band stilistisch einzuordnen, erscheint nach dem ersten Hören nicht schwer: Gothic Rock. Allerdings bezeichnen Sleep of Monsters ihren Stil wesentlich extravaganter als "Victorian post-punk / Fin-de-Siècle proto-metal / Pre-raphaelite psychedelia / Jugendstil occult rock" - Puh, darunter muss man sich erstmal etwas vorstellen. Letzendlich klingt ihr Debutalbum wesentlich weniger spektakulär als diese Selbstbezeichnungen vermuten lassen, ist aber trotzdem keinesfalls schlecht.

Die düster-rauchige Stimme des Sängers Ike Vil, der als Frontmann der Death Rock Band Babylon Whores schon eine finnische Berühmtheit geworden ist, lässt vom ersten Moment Assoziationen zu Nick Cave oder Woods of Ypres aufkommen. Er schafft es, zu fesseln und verleiht den Songs das Ambiente, das das Genre braucht. Die Songs sind dementsprechend allesamt eher langsam bis mittelschnell, was aber nicht negativ auffällt - es passt zur dunklen Atmosphäre.  "Murder she wrote" ist ein definitiver Anspieltipp, hier vermischen sich tolle Gesangsmelodien mit gruftigen Synthies und Gitarrensoli zum Abschluss. Auch das etwas flottere "Nihil Nihil Nihil" hat das Zeug zum Ohrwurm. Generell haben fast alle Songs Radio-Potential und sind teilweise wirklich eingängig, allerdings allesamt eher simpel und sehr unkompliziert anzuhören. Das kann vielen Hörern natürlich schnell langweilig werden.

Um es kurz zu fassen: Sleep of Monsters spielen astreinen Midtempo-Gothic-Rock. Einige Songs überzeugen wegen des Ohrwurmpotentials, der Rest verblasst nach dem ersten Hören schnell wieder. Wer Bands wie The 69 Eyes, HIM, Lacuna Coil oder Entwine mag, sollte mal reinhören. Alle anderen haben wohl eher nichts verpasst oder sollten die Scheibe als Hintergrundmusik antesten.

Titel:

Produces Reason

Veröffentlicht am:

07.11.2014

Label:

Svart Records

Bewertung:

5.0

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Tracklist:

1. Holy Holy Holy (0:38)
2. Nihil Nihil Nihil (3:21)
3. Abomination Street (4:17)
4. Murder She Wrote (4:42) [X]
5. Christsonday (3:50)
6. Our Savage God (4:13)
7. Horses Of The Sun (6:15)
8. Through A Mirror Darkly (4:23)
9. Cobwebs Of Your Mind (5:25)
10. Magick Without Tears (6:27)
11. I Am The Night Color Me Black (bonus track) (4:35)