Papa
Zugegeben, als ich im November 2013 gefragt wurde, als ich mit auf ein Papa Roach Konzert nach Frankfurt kommen wollte, war meine erste Reaktion – "WAS? Die gibt's noch?"

Seit 'Last Resort' ist viel Zeit ins Land gegangen und zumindest oberflächlich betrachtet war von der Band nicht mehr viel zu hören. Eine vermeintliche Eintagsfliege, die ihren Beitrag (und was für einen!) zur Pop-Kultur im damals noch ganz frischen, neuen Jahrtausends geleistet und dann stumm ihren Abschied genommen hatte.

Nun haben Papa Roach mit "FEAR" ihr mittlerweile siebtes Studio-Album auf den Markt. Insgesamt erwarten euch 12 Tracks mit einer ordentlichen Rock-Mischung.

Vorab: das Album ist absolut hörenswert. Der Hörer bekommt einiges um die Ohren gebrettert und wer sich mitreißen lässt, kann ruhig mal ein paar Akkorde auf seiner Luftgitarre shreddern.

Wobei mir als geneigtem Zuhörer gewisse Einflüsse auffallen, die nicht zu leugnen sind. So fragt man sich oft, ob die Band nicht selbst mal bei einigen Kollegen reingehorcht hat, um sich ein wenig inspirieren zu lassen. 

Die Single-Auskopplung "Warrior" klingt beispielsweise verdächtig nach einer etwas weniger exzentrischen Version eines Songs von "30 Seconds to Mars", ein weiteres Lied wie eines, das auch eben mal von Linkin Park sein könnte. Die Lyrics senden eindeutige Botschaften, es geht um Verzweiflung dem Leben gegenüber, es geht um Zurückweisung, Angst und zerbrochene Beziehungen. Dabei fiel mir immer wieder auf, dass die Texte unnötig oberflächlich bleiben, die Metaphern in sich zwar funktionieren, aber eine gewisse emotionale, wie metaphorische Tiefe vermissen lassen, die andere Bands in diesem Genre besser zu nutzen wissen.

Vermutlich war das bei Papa Roach schon immer so. Aber entweder war man im zarten Alter von 18 Jahren noch empfänglicher für klare Botschaften oder es war einem effektiv egal. So funktioniert der Papa Roach immer noch gut für die Zielgruppe, aber im Allgemeinen trifft hier die Plattitüde "da wächst man raus" den Nagel auf den Kopf – und wenn auch nur auf meinen.

 Aber: Papa Roach klingt immer noch wie Papa Roach – und fährt dieses Konzept bis zum Ende. Es funktioniert in sich ohne viel zu überraschen und ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Es ist die angemessene Fortsetzung der Bandgeschichte und der eine Perfektionierung des Fan-Service. Wer die CD einlegt, wird sich auch nach 15 Jahren Pause dabei ertappen, wie er rhythmisch mit dem Fuß wippt.

Fazit:

Papa Roach liefern ein solides Rock-Album ab, in das man auf jeden Fall rein hören sollte. Der Sound entspricht der bisherigen Discografie, auch wenn manche Titel stilistisch Einflüsse von anderen Bands erahnen lassen. Der Erstkontakt könnte Wünsche offen lassen, treue Fans der Band kommen aber voll und ganz auf ihre Kosten!

Titel:

Fear

Veröffentlicht am:

23.01.2015

Label:

Eleven Seven Music

Bewertung:

6.0

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Tracklist:

1. Face Everything And Rise [X]
2. Skeletons
3. Broken As Me [X]
4. Falling Apart
5. Love Me Till It Hurts
6. Never Have To Say Goodbye
7. Gravity
8. War Over Me
9. Devil
10. Warrior [X]
11. Hope For The Hopeless
12. Fear Hate Love