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Sehr unerwartet und überraschend für mich, bekam ich das neueste Machwerk der Band „Die Vertriebenen“ in die Krallen und da eine amtliche Portion Mittelalter mir diesen Sommer leider mangels der Möglichkeit auf die diversen Märkte zu gehen fehlt, habe ich die Verpackung quasi mit den Zähnen abgerissen, um zumindest in meinem Wohnzimmer ein paar Dudelsäcke erschallen zu lassen.

Zunächst schreckten mich so unmittelalterlich klingende Titel wie „Der Hausmeister“ ein wenig ab, jedoch stellte sich schnell heraus, dass es sich um eine reine Akkustikband handelt, die ohne Lyrics und Gesang größtenteils ganz wunderbar auskommt. - …allerdings auf der CD auch ein bisschen den Charme von Computerspielesoundtrack bekommt.

Freunde des Dudelsackes kommen bei dieser Band definitiv auf ihre Kosten, da sie gleich von mehreren Mitgliedern der Band ganz wunderbar gespielt werden. Das lädt zum Tanzen ein und gab mir beim Hören ein Gefühl davon, dass die Band gerade auf Märkten und vor mittelalterlicher Kulisse ihre Heimat gefunden hat. Für Bühnen fernab des Genres müssten sie vermutlich noch eine Schippe drauf legen, aber wo man passt, kann man meiner Ansicht nach auch durchaus bleiben.

Ein kleines Manko ist, dass die Songs teilweise etwas gleichklingend sind. An und für sich ist das für die Hintergrundbeschallung im heimischen Wohnzimmer absolut vertretbar. Mir persönlich fehlte aber der „Wow!-Effekt“, um diese Band zu einem Knüller zu machen, der mich vom Sofa aufspringen und feiern lässt.

Dafür finden sich viele getragene und ruhigere Stücke, die zum Träumen einladen, oder einfach ein generell episches Gefühl vermitteln. Die Übergänge zwischen den Songs sind schön fließend und das Machwerk soweit in sich stimmig. Einzig „El Ray Nagita“ fällt als orientalisch anmutender Song aus der Reihe, während ich den Rest mal ganz stümperhaft als „eher nordisch“ abstempeln würde.

Über die Stückauswahl lässt sich ansonsten kaum klagen. Es findet sich eine Mischung aus Eigenkreationen und altbekannten und geliebten Stücken, wie zum Beispiel „Zwölf Weiber“, das man als „Douce dames jolie“ auch durchaus von anderen Bands (*hust* Saltatio Mortis *hust*) umgesetzt findet. Es fällt mir schwer einen Vergleich zur ungleich bekannteren Band zu ziehen, aber wenn ich müsste, würde ich sagen, dass mir die auf dieser CD vorliegende Version sehr gut gefällt und durchaus als gelungene und eigene Interpretation in die großen Fußstapfen zu treten vermag, die unweigerlich vorhanden sind.

Frei übersetzt bedeutet „Non Rota Nova“ so viel wie kein neues Rad. Ich denke, als Fazit kann ich das ebenfalls so stehen lassen. Mir fehlte ein bisschen das Alleinstellungsmerkmal. Abgesehen davon hat die Band einen sehr soliden Job gemacht und ich bin sehr froh, sie ab nun fest in meiner Playlist zu haben.

Als Spieltipp möchte ich euch den Song „Nectar“ ans Herz legen, der auf mich viel Eindruck gemacht hat. Da will man gleich ausziehen und Drachen töten!

 

www.die-vertriebenen.com

Titel:

Non Rota Nova

Veröffentlicht am:

16.05.2016

Label:

Bewertung:

7.5

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Tracklist: