Am 07. März 2013 waren die Italiener Cayne als Support für Viza im Kölner Underground. Wir haben uns Giordano (Gesang), Marco (Gitarre) und Andrea (Bass) für ein kurzes Interview geschnappt. Andrea hatte noch anderweitig zu tun und war daher nicht für die gesamte Dauer des Interviews anwesend.

MetalViecher.de: Hallo und herzlich willkommen in Deutschland. Wie geht es euch?

Giordano: Danke uns geht es gut. Wir sind aufgeregt und glücklich hier mit Viza zu sein, weil es unsere europäische Tour ist. Wir hoffen unsere Fanbasis hier in Deutschland erweitern zu können.


MetalViecher.de: Bitte stellt euch und eure Band unseren Lesern vor.

Giordano Adornato: Mein Name ist Giordano und ich bin Sänger der italienischen Band Cayne.

Andrea Bacchio: Ich bin Andrea und ich spiele Bass.

Marco Barusso: Und ich bin Marco der Gitarrist.

Giordano: Die Band wurde 1999 gegründet, als Claudio Leo und Raffaele Zagaria Lacuna Coil verlassen und das neue Abenteuer Cayne begonnen hatten. 2001 veröffentlichten sie „Old faded pictures“ über Scarlet Records ein italienisches Label. Nach ein paar Touren löste sich die Band auf.

Marco: Bis 2006, als Claudio und ich die Band wiederbelebten und neue Bandmitglieder fanden.

Giordano: Mit dieser Wiederbelebung kam ein neuer Sound. Heute ist Cayne eine Band mit sechs Elementen mit Violine und Keyboard, was den Sound erfrischt. 2011 veröffentlichte die neue Besetzung eine EP mit dem Namen „Addicted“, welche wir mit Lacuna Coil in Italien promotet haben. Im Februar 2013 erschien unser zweites Album welches wie unsere Band „Cayne“ heißt. Es ist für uns eine Art Ausgangspunkt des neuen Weges, den die neue Cayne Besetzung einschlägt. Veröffentlicht wurde es über unser Label Graviton Music Services.

Marco: Unglücklicherweise ist Claudio nicht bei uns, weil er am 17. Januar an Krebs gestorben ist.

Giordano: Wir machen ohne ihn weiter, weil es das ist, was er wollte. Nach so vielen Jahren Einsatz für das Projekt führen wir es nun fort und bringen seine Musik zu den Leuten.


MetalViecher.de: Was ist die Bedeutung hinter eurem Bandnamen?

Marco: Er wurde Claudio von einem italienischen Journalisten vorgeschlagen. Er basiert auf der biblischen Figur Kain und wurde in einer etwas griffigeren Art geschrieben.

Giordano: Der Ursprung ist die Geschichte von Kain und Abel, was auch gut zur Band passte, denn die ersten Lieder von Cayne hatten etwas von Gothic-Rock.


MetalViecher.de: Seht ihr euch den als eine christliche Band?

Alle: Nein.

Marco: Einige von uns sind religiös, andere hingegen gar nicht. Christliches findet sich auch nicht in unseren Songtexten, daher sind wir keine christliche Band.


MetalViecher.de: Wie würdet ihr euren musikalischen Stil bezeichnen? Ihr habt das Schlagwort Gothic ja den alten Cayne zugeordnet.

Giordano: Ja, Gothic war der Sound früher. Heute sehen wir uns einfach als Rockband mit vielen Melodien und der Violine, welche einige Facetten zu unserem Stil beiträgt. Wir haben nicht gerne einen Stempel auf unserer Musik. Unter unseren Zuhörern befinden sich Rock-, Metal- und Pop-Fans, weil wir Power und Melodien vereinigen.


MetalViecher.de: Ihr habt euer aktuelles Album „Cayne“ bereits angesprochen. Wie waren die Reaktionen von Fans und Medien auf die neue Scheibe?

Andrea: Das Feedback war gut von den Fans, aber auch die Reviews von den Magazinen quer durch Europa waren gut. Wir sind zufrieden.


MetalViecher.de: Schreibt bei euch einer den Song und einer den Text oder wirft jeder seine Ideen auf den Tisch und ihr mixt das zusammen?

Marco: Jeder trägt zu der Musik bei, nur auf eine andere Art und Weise. Wir starten im Probenraum bei einer Idee und flechten neue ein, bis der Song Struktur annimmt. Dann schreibt Giordano den Text dazu.

Giordano: Ich bekomme von ihnen dann ein Grundgerüst des Liedes und überlege mir eine dazu passende Gesangsmelodie und wenn ich die habe schreibe ich den Text dazu.

MetalViecher.de: Vor wenigen Wochen habt ihr zu „Together as one“ ein Musikvideo veröffentlicht. Warum gerade dieser Song und was könnt ihr uns zu diesem Video erzählen?

Marco: Die Jungs vom Videodreh sind Freunde von mir und der Regisseur hat auch das Fotoshooting für unser Albumbooklet gemacht. Ich kenne sie seit Jahren. Sie haben die Idee dazu ausgearbeitet aufgrund der Ansprüche die wir hatten. Wir wollten kein aufwendiges Video wo an vielen verschiedenen Drehorten gearbeitet werden muss. Sie kamen dann auf die Idee unsere Performance mit Bildern und Effekten zu mischen. Dies bot zudem den Vorteil, dass wir Claudio noch mit dabei haben konnten. Das Lied heißt „Together as one“ und das wäre ohne Claudio nicht möglich gewesen.

Giordano: „Together as one“ ist unser Motto und demnach die beste Wahl.

Marco: Die Familie von Claudio steht uns sehr nahe und sie sind sehr zufrieden damit. Obwohl wir keine aufwendige Produktion mit Helikoptern und Explosionen hatten (lacht).


MetalViecher.de: Wie wichtig ist das Internet für euch als Band?

Giordano: Sehr wichtig. Es ist einer der schnellsten Wege Fans zu erreichen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Man bekommt das Feedback in Echtzeit: Du hast die Show noch nicht zu Ende gespielt und schon gibt es im Internet Reaktionen dazu. Aktuell fragen wir die Fans immer nach ihrer E-Mail-Adresse um sie in unseren Newsletter aufzunehmen. So können wir sie einfacher mit Neuigkeiten über die Band informieren und unseren Namen in ihrem Gedächtnis lassen.

Marco: Trotzdem investieren wir nicht genug Zeit in Social Media, denn die Menschen mögen es, wenn sie wissen dass jemand da ist.


MetalViecher.de: Ihr habt jetzt nur die positiven Seiten aufgezeigt. Wie sieht es mit den negativen Folgen, wie illegalen Downloads aus?

Marco: Das ist natürlich ein großes Problem, da ich mit Musik arbeite und natürlich bezahlt werden möchte. Ich bin der Meinung man muss Leute bezahlen, die etwas erschaffen. Man kann nicht alles kostenlos haben. Das funktioniert ja auch nicht im Supermarkt, wenn man ein Brot haben möchte. Der Grund warum es die Musikpiraterie in diesem Umfang gibt ist, dass die Provider gut mit daran verdienen wenn viele Leute viel verbunden sind. Wenn man Leute sperren würde, die illegal downloaden, dann würden es auch die Provider merken. Es gäbe kein Problem, wenn man für das Runterladen der Musik im Monat so viel bezahlt wie für die Internetverbindung und das dadurch eingenommene Geld prozentual an die runtergeladenen Künstler ausgezahlt wird.


MetalViecher.de: Was sind eure Pläne für die nähere Zukunft?

Marco: Als nächstes planen wir eine Tour durch Italien und natürlich wollen wir unsere Musik weiter vorantreiben. Zudem werden wir im Sommer ein paar europäische Festivals spielen.

Giordano: Wir haben zurzeit schon zehn Songs für das neue Album geschrieben, also in diese Richtung tut sich auch etwas.

Marco: Natürlich müssen wir auch einen Ersatz für Claudio finden. Zwar haben wir aktuell einen Freund von uns als Ersatz mit dabei aber wer bald fest bei uns einsteigt ist noch nicht klar.


MetalViecher.de: Dann wünsche ich euch alles Gute und einen tollen Auftritt heute Abend.

Alle: Danke.