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VIZA und PUi

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Die US-Amerikaner von VIZA waren am 24. Februar 2014 im Kölner Underground zu Gast und Oud-Spieler Andrew Kzirian hat uns ein paar Fragen zum aktuellen Album „Aria“ beantwortet. Dem interessieren Leser sei als Ergänzung das letzte und ausführlichere Interview mit der Band ans Herz gelegt.

MetalVIecher.de: Hallo Andrew, bitte stelle unseren Lesern Dich und Deine Band vor.

Andrew: Mein Name ist Andrew, ich bin der Oud Spieler von VIZA. Wir touren in Europa und in Großbritannien nun schon seit drei oder vier Jahren. Das ist auch  das was uns hier her bringt. Wir sind in Köln am Underground für die letzte Show der aktuellen Tour. Wir waren jetzt für sechs Wochen unterwegs und morgen geht es wieder zurück nach LA. Es war viel Arbeit aber auch großartig mit vielen tollen Konzerten und einer Menge Spaß.

MetalViecher.de: Ihr habt mit „Aria“ ein neues Album raus gebracht, was kannst Du uns zum Songwriting und dem Entstehungsprozess erzählen?

Andrew: Es gibt so viel zu sagen über „Aria“. Es ist der Nachfolger von „Carnivalia“ und repräsentiert alle Facetten der Band. Es steht für den aktuellen künstlerischen Fortschritt den wir als Band gemacht haben, mit all den Erfahrungen auf Tour und den neuen Bekanntschaften. Viele Dinge haben sich geändert, vorher hatten alle Alben ein Thema zu dem wir passende Songs geschrieben haben. Beispielsweise ging es bei „Made in Chernobyl“ um politische Satire mit all den Sachen die dort falsch laufen wie auch im Falle Tschernobyl selber. „Carnivalia“ war das erste Album was wir nach einer ausgedehnten Tour geschrieben haben. Dementsprechend ist es sehr theatralisch und verrückt geworden. Mit „Aria“ ist es anders: Wir haben offener und unvoreingenommener auf Sachen geblickt. Wir hatten kein Motto, waren nur Musiker und waren im Studio um ein Album aufzunehmen. Vorher war es immer so, dass einer eine Idee hatte und wir sie gemeinsam ausgearbeitet haben. Das haben wir auch bei diesem Album manchmal so gemacht, aber andere Songs sind beim gemeinsamen jammen entstanden. Einige Songs auf „Aria“ wurden so geschrieben. Es gab eine Entwicklung im Songwritingprozess. Aufgenommen haben wir in den Swing House Studios in Hollywood, wo wir Warren Huart, Aerosmiths Toningenieur, kennen lernten. Wir haben uns sofort gut verstanden und er hat auch unser Album gemischt. Es war eine großartige Erfahrung mit jemandem zu arbeiten, auf dessen Konto so viele tolle Arbeiten gehen.

MetalViecher.de: Wie waren die Reaktionen der Fans und der Presse auf die neue Scheibe?

Andrew: Sie waren großartig. Unsere Fans erzählen uns, es sei das beste Album was wir je gemacht haben. Einige kannten uns vorher nicht und haben uns durch „Aria“ erst kennen gelernt. Das freut uns, da auch wir glauben, dass es das beste Album bisher ist. Wir haben viele Interviews dazu gegeben und gute CD-Kritiken und Konzertberichte erhalten.

MetalViecher.de: Kannst Du einen speziellen Song als Lieblingssong ausmachen?

Andrew: Es gibt so viele Farben, also ich meine akustische Farben, daher ist es schwer zu sagen. Ich mag „Vanished“ sehr gerne, weil es viele Charakteristiken alter Alben enthält aber in einer aktuelleren Form. „Midnight Hour (Dingle Rock)“ ist unser Mitsing-Spaß-Song und ich mag ihn sehr. „The Girl That Does Not Exist“ ist eine großartige Ballade.

MetalViecher.de: Wenn Du nur ein VIZA Youtube Clip empfehlen könntest, welcher wäre das?

Andrew: Es gibt tolle Aufnahmen vom Sziget Festival, wo wir auf der Hauptbühne spielten. Die Menge war großartig und es war unser erstes richtig großes Festival. Wir waren vor drei Wochen im Melkweg in Amsterdam und wussten nicht, was uns da erwartet. Wir waren zwar vor anderthalb Jahren mit Serj Tankian in Amsterdam, aber seit dem nicht mehr. Also ob wir wenig, viele oder gar keine Zuschauer haben würden, war vorab nicht klar. Und als wir dann auf die Bühne kamen, war es großartig und es waren viele Zuschauer da. Es gibt eine Aufnahme, wie wir „Alabama Song (Whiskey Bar)“ spielen.



MetalViecher.de: Also ein Live-Video und keines eurer aufwendigeren Musikvideos?

Andrew: Achso, ich dachte es geht nur um Live-Videos. Wir haben vor wenigen Tagen ein Promovideo zu „Midnight Hour (Dingle Rock)“ veröffentlicht, dass ich sehr witzig finde. Und das ist auch das Lied, welches die Single des Albums sein wird. Wenn wir zurück in den Staaten sind, werden wir uns auf das Marketing dieses Songs konzentrieren.



MetalViecher.de: Es ist der letzte Tag der Tour, also seid ihr sehr bald zurück. Überwiegt die Freude auf Familie und Freunde oder die Trauer über das Ende der Tournee?

Andrew: Wir haben uns erst gestern darüber in Ljubljana unterhalten. Einige von uns waren müde und andere würden gerne noch einen Monat so weiter machen. Touren ist ein Teil des Musikerlebens, zumindest des eines ernsthaften Musikers. Natürlich werden der Körper und der Kopf müde, weil man viel arbeitet. Man muss die Balance haben.

MetalViecher.de: Was vermisst Du am meisten, während Du auf Tour bist? Außer deiner Familie, das ist offensichtlich.

Andrew: Die Routine, die man während des Alltagslebens hat. Ich vermisse das und ich vermisse es nicht, denn ich bin gerne auf Tour. Aber trotzdem vermisst man einen geregelten Tagesablauf manchmal.

MetalViecher.de: Hast Du noch einen anderen Job, wenn Du daheim bist?

Andrew: Ja, ich bin Anwalt. Das vermisse ich jetzt aber nicht übermäßig. Definitiv nicht.

MetalViecher.de: Gibt es eine Chance euch dieses Jahr auf einem Festival in Deutschland zu sehen?

Andrew: Ja, wir arbeiten da an ein paar Möglichkeiten, aber dazu gibt es noch nichts Konkretes zu sagen. Hoffentlich gibt es in Kürze gute Neuigkeiten.

MetalViecher.de: Spielst Du lieber kleine Headliner Shows, wie heute, wo alle Fans euretwegen da sind und mehr abgehen, oder große Shows wo ihr als Support auftretet und euch die meisten zwar nicht kennen, dafür aber die Chance besteht viele neue Fans zu gewinnen?

Andrew: Das ist eine gute Frage, man muss beides machen. Es ist ein Teil des Wachstumsprozess einer Band. Es gibt zwei Sachen: Du musst gute Songs haben, die die Leute hören wollen und die Du geschickt vermarktest. Genau so wichtig ist das Touren, wobei es da die beiden von Dir genannten Möglichkeiten gibt. Wir hatten die Große Ehre zweimal mit Serj Tankian, mit Gogol Bordello, mit Skindred und SOiL auf Tour gewesen zu sein. An den Touren mit bekannten Bands sind wir sehr interessiert, da man - wie Du sagtest - die Chance hat viele neue Fans zu gewinnen. Das haben wir auch die erste Hälfte dieser Tour mit Skindred und SOiL gemacht. Diese Konzerte waren relativ  groß mit 1.500 bis 2.000 Leuten pro Abend. Aber es hat eine ganz andere Qualität im Vergleich zu eigenen Konzerten. Es ist wie ein Vorsprechen Abend für Abend, glücklicherweise ist es immer gut gelaufen. Dafür sind wir sehr dankbar. Diese Konzerte machen Spaß sind von der Energie her aber ganz anders, als Headline Konzerte. Bei diesen hat man die Chance die Musik mit denjenigen zu teilen, die sie wirklich mögen. Man wächst als Band dadurch auch, aber langsamer, dafür hat man eine bessere Verbindung zu den Leuten. Ich möchte beides nicht missen.

MetalViecher.de: Kanntet ihr PUi, die Supportband des heutigen Abends, vor der Tour?

Andrew: Ja, gut dass Du fragst. PUi sind aus New York und wir haben sowohl in New York als auch in Los Angeles viele Konzerte mit ihnen gespielt. Als wir die Möglichkeit bekamen diese Tour zu spielen, waren sie an dem Supportslot sehr interessiert. Es ist viel Hingabe und einige Opfer nötig für die erste richtige Tour. Man besucht einen anderen Kontinent, es gibt viele Kosten viele Hürden die zu überwinden sind. Man muss sich um vieles kümmern: Bus, Flüge, Hotels und all das kostet natürlich auch. Es ist nicht was man mal eben so macht, man muss sich da schon reinhängen. Und PUi haben diese Hingabe, was man nicht von jeder Band sagen kann. Wenn jeder das hätte würde es jeder tun. Sie haben sich gut geschlagen und man sieht von Konzert zu Konzert, wie sie besser werden. Zu Beginn waren sie natürlich nervös, aber das Ganze ist ja eine gute Übung. Man spielt sich als Team in der Band gut ein, das ist ein natürlicher Prozess, den jede Band durchläuft.

MetalViecher.de: Dann kriegen wir heute also die beste Show?

Andrew: Exakt, Köln hat mal wieder Glück.

MetalViecher.de: Ist die Show ausverkauft?

Andrew: Ich bin mir nicht sicher, aber es wird gut gefüllt sein. Insbesondere für einen Montag.

MetalViecher.de: Das war‘s, danke für das Interview. Wenn du noch etwas loswerden willst, dann tu es jetzt.

Andrew: Es ist großartig  wieder hier zu sein und hoffentlich kommen wir im Sommer wieder. Und hört euch auf jeden Fall mal in das neue Album „Aria“ rein und schaut euch den Clip zu „Midnight Hour (Dingle Rock)“ an.