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Mitte Februar waren Civil War mit Katana und Custard in der Matrix in Bochum. Wir haben die Gelegenheit genutzt einige Worte mit dem Keyboarder der Band Daniel Myhr zu wechseln: Hallo Daniel, schön euch (Oscar Montelius, Rikard Sunden, Daniel Myhr und Daniel Mullback) nach so langer Zeit mal wieder als Band auf Tour zu sehen. Lass uns doch direkt mit dem Interview einsteigen.

Daniel: Okay, gerne!

Wenn Du jemandem Eure Band Civil War beschreiben müsstest, der Euch noch nicht kennt, wie würdest Du dann Erklären wo ihr stilistisch anzusiedeln seid?

Daniel: Oh, das ist recht einfach. Nimm ein wenig Sabaton und ein wenig DIO und vermisch das Ganze. Das wäre eine ziemlich schnelle Beschreibung der Band. Natürlich haben wir noch eine ganze Reihe anderer Einflüsse, aber das bricht es ganz gut auf das Wesentliche herunter.

Die meisten von Euch kennen wir ja schon, da ihr ja hauptsächlich aus Ex-Sabaton Mitgliedern besteht. Könntest Du uns die beiden anderen Jungs, die so gesehen „neu dazugekommen sind“, kurz vorstellen?

Daniel: Klar, da wäre zunächst einmal Patrik unser Sänger. Er ist auch bekannt geworden durch Bands wie Astral Doors, Wuthering Heights und Lions Share und singt jetzt eben auch bei Civil War. Er ist wegen seiner Stimme ziemlich bekannt geworden, weil er Ronnie James Dio sehr ähnlich klingt. Ich denke die meisten kennen Patrik schon. Der unbekannteste von uns dürfte Stefan "Pizza" Eriksson sein. Pizza war lange Zeit Guitar-Tech bei Sabaton und so haben wir uns dann kennengelernt. Er kommt genau wie ich und Patrik aus Borlänge. Er war lange Zeit mit einer Deathmetal Band namens Voltyrion unterwegs, aber das ist jetzt vorbei.

Das beantwortet eigentlich auch schon fast meine nächste Frage, nämlich wie ihr euch kennen gelernt habt.

Ja, wie schon gesagt kennen wir uns hauptsächlich alle über Sabaton, wir wohnen ja auch nicht wirklich weit auseinander. Und dann halt Pizza, der lange Zeit für uns gearbeitet hat und viel mit uns getourt ist. Patrik ist eigentlich der „neue“ in der Band. Wir haben einen gemeinsamen Freund der ihm erzählt hat, dass wir und Sabaton getrennte Wege gegangen sind und dass wir etwas neues geplant hatten. Patrik war sofort interessiert und hat uns dann angerufen. Wir haben uns kurz darauf getroffen und die Band gegründet. Es war schon etwas seltsam. Wir kommen beide aus dem Musik-Business, wir kommen beide aus der gleichen Stadt, aber wir haben uns vorher nie wirklich unterhalten. Natürlich ist man sich schon mal über den Weg gelaufen, aber da hat man dann auch nur Smalltalk gemacht. Wir haben aber ziemlich schnell festgestellt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen.

Auf Eurem aktuellen Album sind, wie bei Sabaton damals, eine ganze Reihe Songs die Krieg als Thema innehaben. Plant Ihr da in Zukunft auch andere Themen zu verarbeiten oder wollt ihr das Kriegsthema beibehalten?

Daniel: Das hängt ein wenig von Patrik ab, denn er schreibt die Texte für uns. Eigentlich wollten wir ein wenig von dem Thema weg, aber Patrik ist sehr an Geschichte interessiert also wollte er an dem Thema festhalten. Es wäre für uns kein Problem wenn er über etwas anderes schreiben will, wir wollen uns da nicht so festlegen und in eine Ecke drängen lassen.

Ich mag den Sound eurer Scheibe, mein Lieblingssong ist „Lucifer’s Court“ der mich mit seinen Synthies irgendwie an 80er Jahre Actionfilme erinnert. Welcher Song ist Dein Favorit auf dem Album?

Daniel: Oh das hängt von meiner Stimmung ab, das ist mal Ghettysburg aber mein wirklicher Favorit ist „Rome is falling“ weil das der erste Song ist den wir zusammen fertig gestellt haben. Das war so der Grundstein. Als ich den Song geschrieben habe, wussten wir noch nicht so recht in welche Richtung wir gehen und dann hat Patrik seine Vocals draufgepackt und es klang einfach cool. Das war einfach ein tolles Gefühl.

Ich habe gelesen, dass Du viel von dem Album in deinem Wohnzimmer aufgenommen hast?

Daniel: Das ist richtig, eigentlich haben wir alles in meinem Wohnzimmer beziehungsweise in meinem Schlafzimmer aufgenommen. Sogar die Chöre! Das einzige was wir nicht bei mir aufgenommen haben war das Schlagzeug, da ich in einer Mietwohnung lebe und ich meine Nachbarn mag. Die haben wir also bei Daniel aufgenommen.
Als ihr Sabaton verlassen habt, hattet ihr da schon Pläne eine neue Band zu gründen oder kam der Gedanke erst später?

Daniel: Wir sind zwar alle gleichzeitig gegangen, hatten aber eigentlich keine Pläne. Wir haben uns eine Woche später bei einem Kaffee getroffen und haben gequatscht und überlegt ob wir was Neues starten sollten, vielleicht eine Coverband oder etwas in der Art. Und dann stellte sich raus dass Rikard Pizza beim einkaufen getroffen hat und er meinte „wenn ihr eine Band starten wollt, sagt Bescheid“. Und dann kam Patrik dazu. Er wäre sogar unsere erste Wahl gewesen, aber wir dachten dass er wegen seiner anderen Bands eh keine Zeit hätte. Als er uns dann angerufen hat waren wir natürlich sehr überrascht und haben uns ziemlich gefreut. Wir haben uns also etwa 2 Wochen nach dem Bruch mit Sabaton als neue Band getroffen.

Wie waren die Reaktionen auf Euch bisher?

Daniel: Oh, die waren sehr positiv bisher. Natürlich hat man auch immer ein paar negative Stimmen dabei. Einige finden uns langweilig weil Patriks Stimme in ihren Augen zu normal klingt und ein paar Leute haben uns vorgeworfen zu sehr wie Sabaton zu klingen, aber im Großen und Ganzen war die Resonanz sehr positiv. Und wir haben bisher auch niemanden etwas wirklich schlechtes über uns sagen hören.

Seid ihr also froh wieder auf Tour zu sein?

Daniel: Natürlich! Wir haben uns seit einem halben Jahr auf die Tour gefreut. Vor allem weil die Tour nach zwei Wochen vorbei ist und wir wieder zu unseren Familien können. Wir haben schon lange nicht mehr so viel Spaß auf einer Tour gehabt, weil das alles echt entspannt ist. Natürlich ist alles etwas kleiner als es mit Sabaton war, aber hier in der Matrix waren wir auch mit Sabaton schonmal.

Es ist ziemlich ungewöhnlich für eine „neue“ Band direkt mit einer Headlinertour zu starten, welche Band würdet ihr gerne mal als Support begleiten wenn ihr wählen dürftet?
Daniel: Oh, das ist eine schwere Frage. Da habe ich ehrlichgesagt noch nie drüber nachgedacht. Ich denke ich würde gerne mit einer Band wie Therion oder jeder anderen Band die stilistisch vielleicht sogar in unsere Richtung geht touren.

Daniel, kannst du uns schon etwas über euer kommendes Album verraten? Wird es wieder so klingen wie „The Killer Angels“ oder versucht ihr dieses mal etwas ganz Neues?
Daniel: Oh, es wird sich sicherlich nicht komplett vom aktuellen Album unterscheiden. Aber es wird auch nicht genau so klingen. Wir haben auch noch keinen roten Faden in unserer Musik. Wir suchen uns einfach die Songs aus die uns am besten gefallen. Es wird auf dem neuen Album also wieder auch zwischen melodischen und eher rockigen Nummern abwechseln.

Wie sehen Eure Pläne für die Zukunft aus?

Daniel: Zu allererst wollen wir nach Hause kommen und ein paar Tage frei haben. Dann spielen wir auf einem Festival in Schweden. Danach wollen wir uns um das neue Album kümmern und ins Studio gehen, damit wir das dann auch an unser Label rausschicken können. Wir haben auch noch ein paar einzelne Festivals im Sommer geplant, aber wir wollen auch mehr mit unserer Familie unternehmen.

Ihr wollt es also auch etwas ruhiger angehen lassen und nicht mehr so viel touren wie mit Sabaton?
Daniel: Richtig, wir wollen definitiv einen Gang runter schalten.

Durch welches Land tourt ihr am liebsten?

Daniel: Oh, die verschiedenen Länder ähneln sich immer mehr. Aber wir touren gerne durch Polen, das ist definitiv ein tolles Land. Oder Tschechien. Das muss ich wohl sagen, weil meine Verlobte Tschechin ist, haha. Und natürlich Deutschland. Hier kommen wir gerne her, weil wir wissen dass hier alles einen Gewissen Standard hat auf den man sich einfach verlassen kann.

Um das Interview abzuschließen… gibt es noch etwas dass Du unseren Lesern sagen möchtest?

Daniel: Ich hoffe dass wir uns irgendwo treffen und Spaß zusammen haben. Ob auf einem Festival oder einer anderen Show ist eigentlich egal!