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Im Rahmen ihres Akkustik-Sets im Düsseldorfer Pitcher hatten wir die Möglichkeit ein interessantes Gespräch mit In Legend zu führen. Hier könnt ihr das komplette Interview lesen:

MetalViecher :   Für alle, die es noch nicht mitgekriegt haben: Wer seid ihr und was macht ihr?

Daniel: Wir sind die unverschämt gutaussehenden INLEGEND. Wir machen Hand- Hammered-Piano-Craft, Rockmusik mit zwei Klavieren. Voll auf die zwölf und mit Melodiebögen die wir einmal und den kompletten musikalischen Erdball spannen. 

MetalViecher:   Neues Album, neues Glück – Euer neues Album „Stones at Goliath“ wurde auf eine besondere Art und Weise finanziert. 382% der angestrebten Unterstützung habt ihr bekommen. Wie seid ihr auf Crowdfunding gekommen und warum hat das so gut funktioniert? 

Daniel: Die Idee kam tatsächlich nicht von heute auf morgen sondern hat uns schon vor der konkreten Umsetzung lange begleitet. Denn wenn man sich die Frage stellt warum man überhaupt Musik macht dann wird die Antwort sicher nicht darin liegen irgendwelchen Labeln oder Konzernen zu gefallen. Wir haben schon immer Musik für die Leute macht die darin einen Soundtrack zu ihrem Leben sehen und die auch wirklich vor unserer Bühne stehen und mit uns zusammen die Musik leben. Und zusammen mit diesen Leuten haben wir dann eben versucht unser Album "Stones At Goliath" auf den Weg in die Plattenschränke zu bringen - Der Rest ist ja wie du schon sagst Geschichte und hat uns gezeigt das die Wahl unserer Unterstützer die richtige war.

MetalViecher:  Hat irgendwer die „größeren“ Perks wie Privatkonzerte, Dinner kochen, Unterricht am Instrument oder Trinktouren durch Berlin in Anspruch genommen? Hat die Umsetzung Spaß gemacht? Und hat jemand dafür bezahlt euren Proberaum zu putzen? Macht ihr sowas nochmal?  

Daniel: Lustigerweise haben wir uns das vor Start auch gefragt ob denn überhaupt jemand den Proberaum putzen wird (Hier könnte ich noch eine sehr  interessante Geschichte er einen Staubsaugervertreter der uns in unserem Proberaum verschiedenen Modelle vorgeführt hat unterbringen aber vielleicht haben wir ja noch irgendwann ein weiteres Interview dann müssen wir hier nicht schon alles Pulver verschießen). Aber tatsächlich wurde der Pledge 8x gekauft, viele Leute dachten wahrscheinlich dass es hier um einen Witz geht aber denen sei gesagt dass der Pledge rechtlich  bindend ist und der Proberaum noch dieses Jahr gesaugt, gewischt und grundsaniert werden muss sonst gibt es Kapitalstrafen in enormer Höhe.. Wer das Kleingedruckte gelesen hat war klar im Vorteil. Die Privatkonzerte wurden auch gekauft und eines davon haben wir schon gespielt, in einem kleinen Hexenturm in Bonn auf einem Geburtstag. Das war ein wirklich abgefahrenes Erlebnis aber hat allen beteiligten enorm Spaß gemacht.

Bastian: Die Sauftouren durch Berlin kamen auch gut an. Eine Sauftour wurde dann aber tatsächlich ein Ausflug in den Zoo. Daniel ist für sein Koch-Pledge schon durch ganz Deutschland gereist und es gab nach neuesten Informationen keinen Verletzen. Da die Kampagne ja letztendliche viel mehr war als eine bloße Finanzierung sondern uns auch näher an die Fans gebracht hat und uns auch moralisch grundüberholt hat würden wir so etwas sofort noch einmal machen. 
 
MetalViecher:   Wie war es das neue Album aufzunehmen? Welche Momente und Geschichten sind Euch besonders in Erinnerung geblieben? 

Daniel: Da die Zeitspanne von den ersten konkreten Kompositionen und Demos bis hin zu der Veröffentlichung fast drei Jahre beträgt ist diese Frage natürlich ohne weiteres nicht wirklich schnell zu beantworten. Ein besonders schönes Erlebnis war als wir unserem Gospelchor in Mainz aufgenommen haben: Die Mädels haben sonst immer nur christliche Kirchenlieder gesungen, zwar auch fetziges Zeug aber halt irgendwie schon mit klerikalem Touch. Während den Aufnahmen zu "On The Morrow" fragte dann ein kleines Mädchen das mit in dem Chor war - Dürfen wir vor dem "Kill" atmen? Die Lieder kamen aber bei den Damen wirklich gut an und deshalb wurden die Aufnahmen auch wirklich spitzenklasse. Ansonsten würde ich euch empfehlen mal auf unseren Youtube Kanal zu schauen da  gibt es auch einige Einblicke in die Studioaufnahmen und ein Track-By-Track Interview in dem viel aus dem metallischen Nähkästchen geplaudert wird.

MetalViecher:   Was sind eure Lieblingssongs auf dem Album?

Bastian: Das ist schwer zu beantworten - ich habe sie alle gleich lieb, wenngleich vielleicht zu unterschiedlichen Zeiten. "Empire of Concrete" und "Choices In Coma" erlebe ich gerne, "To New Horizons" und "A 1000 Paper Cranes" sind tolle Soundtracks wenn einem das Leben gerade wohlgesonnen ist und "King of Apathy" oder "Envoys of Peace" machen live viel Spaß… dann gibts aber auch zeitlose Songs - "On The Morrow" beispielsweise, oder "Another Me"… 

MetalViecher:   Was hat sich seit der „Ballads’n’Bullets“ getan? Was ist neu, wer ist neu und was wird es noch Neues geben?

Daniel: “Stones At Goliath" ist breiter geworden als noch das letzte Album. Wir haben auf der neuen Scheibe verschiedenen Chöre (einen Gospel-, einen Shout- und einen Kinderchor), echte Streicher (unter anderem Benni von der Letzten Instanz) und viel mehr synthetische Elemente. "Ballads´n´Bullets" war etwas mehr straight-forward und auf die Zwölf, "Stones At Goliath" führt durch verschiedene Welten und kann bei  übermäßiger Dosierung langfristig im CD-Wechsler hängen bleiben.

MetalViecher:   Auf eurer Specialshow im gemütlich kleinen Kreis hier im Pitcher in Düsseldorf habt ihr auch viele Geschichten der letzten Monate kurz angerissen und dann nicht zu Ende erzählt… Was hat es mit der Sea Shepard Geschichte auf sich? Was bedeutet Euer Engagement für einen Verein wie Sea Shepard? 

Bastian: Sea Shepherd ist eine großartige Umweltschutzorganisation, die weniger zögert als handelt - die Zusammenarbeit wurde von einem „gemeinsamen Fan“ ins Leben gerufen, der sowohl die Organisation, als auch unsere Musik schätzt. Da Sea Shepherd auch auf vielen Festivals vertreten sind, haben wir uns auf dem Wacken kennen gelernt und einfach mal über ein gemeinsames Video nachgedacht - letztes Jahr haben wir das dann eindrucksvoll realisiert - eindrucksvoll deshalb, weil viele Supporter der Organisation aus freien Stücken mit angepackt haben und sich an dem denkbar kältesten Tag des Jahres an den Ostseestrand begeben haben - überwiegend Kids - und mit uns für den Erhalt der Meere ein schickes Video auf die Beine gestellt haben. Das ganze zu dem Song „Empty Place“.

MetalViecher:   Im gleichen Kontext fällt auf, dass Eure Perks beim Crowdfunding des neuen Albums auffällig nachhaltig sind: Fair Trade Shirts, vegane Küche, … (mit Ausnahme des Häuser beim Konzert abfackelns!) Wie wichtig ist Euch Eure Umwelt – Natur wie Menschen – und wie setzt ihr euch privat oder als Musiker für eine bessere Welt ein? Habt ihr einen persönlichen Goliath?

Bastian: Sehr - ich beobachte wie unsere Gesellschaft zunehmend Gefahr läuft in eine gewisse Beliebigkeit abzurutschen. Die Verfügbarkeit eines Produkts ist wichtiger als das Produkt selbst. Wir konsumieren ohne zu überlegen. Im Gegenzug finden sich strenge politische Gegner dieses Trends zusammen und befremden mit einer totalitären Nichtakzeptanz dieses unbekümmerten Systems - Mich strengen beide Ausprägungen immens an. Beidem fehlt ein kollektives Bewusstsein. Den einen ein bewusster Umgang mit den Ressourcen auf der Welt, den anderen ein bewusster Umgang mit ihren Mitmenschen. Daher glaube ich, dass es eben nicht reicht nur in einem bestimmten Bereich einen Unterschied zu machen, sondern überall dort, wo es im Rahmen eines angemessenen Aufwands möglich ist - und als Band hat man da schon eine Menge Möglichkeiten. Aber uns liegt es fern ein politischer Zeigefinger zu sein, wir machen das tatsächlich für uns. Wenn jemand ein Shirt von uns tragen möchte, muss er eben damit leben, dass es Fair Trade ist - im besten Fall findet er das auch noch gut und erkennt den Wert dahinter, wenn nicht, ist es immer noch ein Shirt seiner Lieblingsband und trägt es deshalb gerne.

MetalViecher:   In Düsseldorf hat es sich angehört als hättet ihr auf der Bühne und im Studio viel Spaß gehabt. Gibt es bald mehr Liveshows? Ganze Tourpläne?

Bastian: Nichts lieber als das. Leider nicht so einfach. Aber Beharrlichkeit ist alles.

MetalViecher:  Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit dem neuen Album!

Bastian, Daniel: Thaaaaanx!