Dong

Tja was soll man sagen? Das Dong Open Air geht in die 16. Runde! Das ist echt eine grandiose Leistung dafür, dass die Jungs die das Festival nun seit Jahren organisieren alles ehrenamtlich machen und mit dem Festival keinen Cent verdienen. Hier ist abseits vom großen Kommerz-Circus tatsächlich alles noch von Fans für Fans gemacht.

Damit auf der Halde Norddeutschland auch in diesem Jahr wieder mächtig der Bär – pardon - die Kuh steppt, hat man auch jetzt wieder ein feines Bandpaket geschnürt. Darunter findet sich auch die eine oder andere Band die man in unseren Breitengeraden nicht allzu oft zu hören bekommt. Als wäre das nicht schon genug, runden günstige Bierpreise und die wohl genialste Aussicht der Festivallandschaft das Paket ab. Wo sonst kann man neben einschlägigen Bands auch noch den Blick über das ganze Ruhrgebiet und den Niederrhein genießen? Zugegeben, der Aufstieg ist etwas anstrengend, bisher hat es aber jeder noch so Fußkranke auf die Halde geschafft. Kommt also zahlreich!

Ach ja eines noch: Das Dong Open Air finanziert sich unter anderem über die Getränke. Seit also keine Spielverderber und schleppt nicht Kistenweise das Bier den Berg hoch. Zum einen trinkt niemand gerne warmes Bier, zum anderen schadet ihr so dem Festival.

Bestätigte Bands:

Amorphis
Das finnische Sextett Amorphis steht zum einen für Genreklassiker, die nach über 20 Jahren noch immer zelebriert werden. Ihr legendäres Album „Tales from the Thousand Lakes“ ist z. B. voll von solchen Meilensteinen des frühen melodischen Death Metals. Zum anderen stehen Amorphis spätestens seit dem Album „Eclipse“ von 2006 für modernen Melodic Metal erster Klasse und liefern so regelmäßig neue Publikums- und Presselieblinge in die Läden, dass es unheimlich wird.
Ein wichtiger Faktor ist dabei das seit mehr als zehn Jahren unveränderte Line-Up, welches sich nicht bitten lässt, beständig ebenso starke Liveshows auf die Bühnen der Welt zu bringen.  Abwechslungsreich vollgestopft mit urigem Melo-Death, großartigen Gesangslinien, progressiven Ausreißern und orientalischen Melodien – um nur einige Facetten zu nennen. Bügelt eure Bandshirts und macht den Nacken locker, denn nichts anderes, als eine solche Show im Headlinerformat steht uns nun ins Haus!

Another Problem
Aus den Ruinen der Essener Metalcore Kapelle IN MY SIGHT und der Ratinger Death Metal / Hardcore Combo „CARNAGETRG“ erhob sich 2009 eine neue Metalcore-Formation die seitdem unter dem Namen Another Problem durch die Lande tingelt. Kurz vor dem Jahreswechsel prügelten die Another Problem ihr Debutalbum „Chains Of Reality (C.O.RE)“ in die Plattenläden und luden uns prompt zur Releaseparty ein. Was wir da gesehen – beziehungsweise gehört – haben, hat uns so überzeugt, dass wir die Truppe auf’s diesjährige D.O.A eingeladen haben.
Soviel sei Euch vorweg versprochen: Wenn der Fünfer aus Ratingen/Essen loslegt, fusionieren brutal aggressive Beats und schwer groovende Riffs zu erbarmungslosem MetalCore aus regionalem Anbau. Wer Another Problem bisher nicht auf dem Schirm hatte, der bekommt bei uns die Gelegenheit seinen Horizont zu erweitern und sich in einem zünftigen Moshpit die Spinnweben aus dem Gehörgang pusten zu lassen.

apRon
Die Bewerbung von apRon für das diesjährige Dong ist ein Paradebeispiel dafür, wie man es nicht machen sollte: Zu verpeilt oder gar zu faul, um drei Hörproben hochzuladen, verweisend auf den „kleinen Szenehit“ „IDGAFUCK“ (kannte hier keine Sau), der natürlich nicht Teil der Hörproben war, und dann endend mit den Worten „Es würde mich freuen, dir einen passenden Act für das kommende Pfingst Open Air 2016 vorgeschlagen zu haben [...]“ 
Trotzdem haben es die Dussel aus München geschafft. Mit echt viel Glück wurden sie nicht ignoriert. Nein, es ist nicht die Ähnlichkeit zwischen Sänger Till und Johnny Depp oder sein Duckface auf den zur Zeit aktuellen Promobildern. Eher die Musik hat überzeugt, die tatsächlich irgendwo zwischen System of a Down und EAV anzusiedeln ist. Auch die zirkushafte Bühnenerscheinung trägt ihren Teil zur Qualität bei. So, genug gerechtfertigt. Schaut sie euch einfach auf unserem Pfingst Open Air an. Wird sich schon lohnen!

Bloodbath
Bloodbath sind neben Behemoth das größte Geschenk, das Death Metal in den vergangenen 20 Jahren offenbart hat! Schon beim ersten Album dieses Konglomerats aus Mitgliedern von Opeth, Katatonia und Edge of Sanity war 2002 klar, dass es dabei nicht um Namedropping geht. Sondern um Musiker, die in ihren Hauptbands mit Genreprägen scheinbar nicht ausgelastet waren und Bock auf ein bisschen urigen Death Metal Spaß hatten.
„Resurrection Through Carnage“ ist nicht nur Titel des Debüts, sondern gleichermaßen Programmansage. Den Anfängen des schwedischen Death Metals huldigen Bloodbath bis heute so eindrucksvoll, dass jede der raren Albumankündigungen für großes Szene-Aufhorchen sorgt. Ebenso gilt das für Live-Gigs. Nur selten spielen sie einige ausgewählte Shows, so dass das Dong erst die siebte Deutschlandshow in 18 Jahren Bandgeschichte erlebt! Womöglich die letzte mit Paradise Lost Fronter Nick Holmes, der aktuell den wechselnden Sängerposten besetzt. Unite in Pain!

Can of Worms
Einmal angebrochen, bläst uns aus dieser Dose eine ordentliche Ladung Thrash ins Gesicht! Slayer, Exodus und Kreator nennt die Band als ihre Haupteinflüsse, verschweigt dabei aber die Prise Death Metal, die verziert mit amtlichen Growls den Charakter von Can of Worms maßgeblich mitprägt. Weiteres Merkmal des Quartetts ist die Tendenz zur Hochgeschwindigkeit, die beinahe jeden Song des 2015er Albums „Kult of Nuke“ bestimmt. Can of Worms’ Leitmotiv „Nuclear Thrash Metal“ fasst also tatsächlich ziemlich gut zusammen, worum es hier geht!
Nicht nur auf Platte klingt das gut, sondern auch live wird Gas gegeben! Wenn die Jungs aus Bayonne vom Strand auf die Bühne stiefeln und das Publikum anfeuern, fühlt man sich fast unhöflich, wenn man seinen Nebenmann nicht direkt `nen Meter weg schuppst. Also seid bitte artig und tut, was Sänger Steven euch sagt. Ansonsten wird er wieder sauer wie bei Sekunde 49 des Videos zu „Running Dead“...

CraVing
Wer nicht die letzten 11 Jahre unter einem schattigen Stein zugebracht hat, dem sind CraVing aus Oldenburg sicher schon einmal unter die Ohren gekommen. Zwar hat sich in den letzten Jahren das Besetzungskarrussel der Meute heftigst gedreht (von der Urbesetzung ist inzwischen nur noch Frontmann und Gitarrist  Ivan Chertov übrig geblieben), doch an der musikalischen Ausrichtung hat sich seither nichts geändert: Melodic Death mit Black Metal Einflüssen steht bei CraVing auf der Agenda. Soundtechnisch kommt die Oldenburger Band teilweise wie der böse Bruder von Ensiferum rüber wenn hochmelodiöse Parts, die sich fest in den Gehörgang brennen, brachiales Geknüppel treffen.
Keine Frage, die Songs von CraVing machen einfach Bock darauf in die nächste Schlacht zu ziehen. Dass die Jungs gerade ein neues Album in der Pipeline haben kommt uns daher sehr gelegen. Es steht einem amtlichen Gemetzel im Moshpit auf der Halde also nichts mehr im Wege.

Delirious
Quizfrage: Welche Thrash Metal-Band aus dem östlichen Ruhrgebiet existiert seit nunmehr 26 Jahren und bespielte bereits mit dem Who is Who der Metalszene die Bühnen Europas? Wer hier nicht wie aus der Pistole geschossen mit Delirious geantwortet hat, sollte umgehend seine Wissenslücke schließen. Die Combo darf stolz auf eine beachtliche Bandhistorie zurückblicken, auch wenn man sich live ab 2008 ziemlich rarmachte.
Mehrere Besetzungswechsel zwangen das Thrash-Geschwader aus Hamm zu einer etwa 9-jährigen Veröffentlichungspause. Zum Glück konnte der Fluch im letzten Jahr mit dem Release des in Fan- und Pressekreisen hoch gelobten „Moshcircus“ gebrochen werden. Da die Band momentan allerdings ohne Label dasteht, brachte sie die Scheibe kurzerhand in Eigenregie heraus. In Kürze stehen für die Jungs einige Clubshows mit den Veteranen von Darkness, Raven und Venom Inc. an, bevor sie sich für Euch auf dem D.O.A die Finger blutig shredden.

Dust Bolt
Als Dust Bolt sich 2006 noch unter dem Namen „Die Letzten“ als Punkband formierten, konnte keiner ahnen, dass die Jungs kurze Zeit später von der Fachpresse als die Hoffnungsträger des etwas kränkelnden Thrash-Genres gehandelt würden. Die Oberbayern, die sich seit einer Neuausrichtung musikalisch in der Bay Area zuhause fühlen, überzeugten dermaßen, dass bereits ihre erste Demo als Demo des Monats im Metal Hammer überschwänglich gelobt wurde.
Zusätzlich konnte die oldschool Thrash-Combo 2011 den Wacken Metal Battle Deutschland für sich entscheiden. Der Erfolg spricht für sich. Im Schnitt schmale 21 Lenze zählend, überzeugten sie das Publikum im Vorprogramm von Sepultura, Six Feet Under und Napalm Death und sind seit 2014 mit ihrem zweiten Album „Awake The Riot“ am Start. Grund genug, um ihnen bei ein bis zwei kühlen Bierchen vor der Bühne einen Besuch abzustatten und sich zu energiegeladenem Thrash in den Moshpit zu stürzen.

Elvellon
Schon der Name der Newcomer Moers lässt vermuten woher der musikalische Wind weht: Elvellon stehen für Symphonic Metal erster Klasse, der sich besonders dank der Stimme von Frontfrau Nele vor Szenegrößen wie Nightwish, Within Temptation und Konsorten nicht verstecken braucht. 2014 war die junge Band aus unserer Nachbarstadt schon ordentlich aktiv und kann Auftritte auf dem in unserer Region sehr beliebten Rage Against Racism sowie dem M’era Luna verbuchen. 
Auch dem D.O.A sind Elvellon zumindest in Teilen keine Unbekannten, denn Gitarrist Gilbert stattete unserem Festival bereits 2013 mit Ravian einen Besuch ab. Freut euch auf stimmungsvolles Material der noch taufrischen EP Spellbound, die bereits das Lob der Fachpresse einheimste. Gönnt eurer Nackenmuskulatur eine Pause und lasst Euch von Elvellon in musikalische Gefilde entführen die für uns, obwohl unser Programm schon bunt gemischt ist, nicht gerade alltäglich sind.

Equilibrium
Wer sich noch an das Armageddong 2004 mit dem verheerenden Unwetter erinnert, der hat hoffentlich den legendären Auftritt der Pagan-Metaller von Equilibrium auf dem Schirm. Der Auftritt damals war einer der ersten Festival-Gigs der illustren Truppe aus Bayern. Dabei traten Equilibrium dem Publikum dermaßen in den Allerwertesten, dass sie obwohl zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal deren Debüt Album „Turis Fratyr“ veröffentlicht war als heimlicher Headliner frenetisch abgefeiert wurden.
12 Jahre und 5 Alben später, fällt die Horde wieder auf der Halde ein, um ihren überraschenden Siegeszug von 2004 zu wiederholen. Obwohl von der Ur-Besetzung nur noch René Berthiaume übrig ist, vollbringen Equilibrium immer noch das unmögliche Kunststück den Großteil der traditionellen Metal-Genres unter einer Marke zu vereinen. Macht Euch gefasst auf ein musikalisches Feuerwerk, dass auch dem düstersten Metalhead ein irres Grinsen ins Antlitz zaubert.

Fleshgod Apocalypse
So viel steht mal fest: Fleshgod Apocalypse sind der heißeste Shit, der im Death Metal zur Zeit international zu finden ist! Irgendwie macht es halt neugierig, wenn eine Band als Hauptinspiration Morbid Angel, Deicide und Cannibal Corpse, zugleich aber auch Haydn, Mozart und Beethoven nennt. Gut, labern kann man viel. Wenn das Ergebnis aber tatsächlich nach knallhartem GV zwischen Behemoth und Dimmu Borgir klingt, spätestens dann gehen die Lauscher auf Empfang!
So geschehen auf der Tour mit Kataklysm und nicht zuletzt auf dem Wacken 2014. Bewaffnet mit Piano, Frack und einer LKW-Ladung Düsternis zogen die fünf Ghule aus Rom auf die Bühne und eroberten das Publikum im Sturm! Hochgeschwindigkeitsschlagzeug, fiese Growls und symphonischer Bombast werden hier auf den Punkt geliefert! „King“ ist der bescheidene Titel ihres brandneuen Albums und bereits der vorab veröffentlichte Song „Fool“ gibt Ausblick auf eine DER Hammer-Scheiben 2016!

Hackneyed
Anders als der Name es vielleicht vermuten lässt, wird euch das Baden-Württembergische Quintett Hackneyed zwar brachialen Death Metal aber keinen abgedroschenen Einheitsbrei in den Schädel prügeln. Vor fünf Jahren startete die Todesstahlwalze aus Abtsgmünd gleich als jüngste Band und wohl auch jüngster Co-Headliner in der Geschichte des D.O.A vor Iced Earth und trat dem Publikum so richtig in den Arsch.
Doch nicht nur auf der Dong-Bühne machte der Fünfer einen amtlichen Eindruck: Die sympathische Truppe erspielte sich in der Zwischenzeit unter anderem auch auf den Brettern des Summer Breeze und des Wacken Open Airs einen Ruf als kompromissloser Garant für Nackenbrecher und war auch schon mit namhaften Acts wie Arch Enemy und Debauchery auf Tour. Wir nehmen also den Mund nicht zu voll, wenn wir euch versprechen, dass dort, wo Hackeneyed auftreten, so schnell kein Gras mehr wächst und die Chiropraktiker Rekordumsätze verbuchen können.

Haggard
Fallen die Begriffe Mittelalter und Death Metal im selben Satz, denkt man beinahe unweigerlich an Haggard. Niemand anderes beherrscht den Genre-Mix aus klassischer Musik und harten Riffs wie diese Band und feiert damit auch außerhalb von Deutschland Erfolge. Trotz dieser Popularität gibt es nur wenige Gelegenheiten Haggard live zu erleben. Umso mehr freuen wir uns über den Auftritt des Ensembles um Asis Nasseri, der nebenbei einen Personen-Rekord auf der Dong-Bühne bedeutet.
Zwar hat das Orchester aus München in seiner fast 30 jährigen Geschichte bisher nur vier Studioalben veröffentlicht. Diese sind allerdings sämtlich Meilensteine in punkto Bombast und musikalischer Vielfalt. Und wer weiß, vielleicht wird uns ein erster Ausblick auf das lang erwartete fünfte Werk gewährt. „Grimm“ wird es voraussichtlich heißen und sich um die Welt des berühmten Brüderpaares drehen. Lasst euch überraschen und freut euch auf ein für das D.O.A einzigartiges Spektakel!

Harpyie
Zwar kann man auf der Halde auch diverse Singvögel bewundern, Mythenwesen wie Harpyien, gehören bisher allerdings nicht dazu. Mit Harpyie aus dem düsteren Ostwestfalen, können wir 2016 auch diese Versorgungslücke schließen. Seit 2011 zieht die bunte Truppe schon in die Schlacht um dem Mittelalter-Metal zu neuer Frische zu verhelfen. Dass Harpyie sich dabei selber nicht all zu ernst nehmen beweist das Video zum Song „Sturmvögel“.
Metal trifft Folk trifft Pop, so beschreibt die Band selber ihren Stil. Dass auch Bands wie die Speerspitze des deutschen Mittelalter-Rocks, Subway to Sally, zu ihren Einflüssen gehört ist dabei unverkennbar. Bei den Sturmvögeln geht es dann aber doch etwas härter zugange als bei den Potsdamer Kollegen. Wenn Harpyie, auf der Bühne mit Geige und Dudelsack antreten um ihre Geschichten zu erzählen, werden nicht nur die ersten Reihen ordentlich Federn lassen müssen. Passt nur auf, dass ihr den Met nicht verschüttet!

Ignition
Ignition ist der neueste Output aus dem stahlschweren Duisburg! Und was da aus dem Hochofen kocht, sollte jeden begeistern, der was für unsere Kategorie “Power Metal mit Eiern” übrig hat! Die Songs der Debut-EP “We Are the Force” strotzen nur so vor selbstbewusstem Edelmetall nordamerikanischer Prägung. Druckvolle Rhythmen und peitschende Drums kreieren eine Soundkulisse, die die Jungs von Ignition zu Recht als “unverbraucht” bezeichnen. Am Bemerkenswertesten ist aber der Gesang, der selbst unter der harten Konkurrenz im Pott seinesgleichen sucht!
Die Reife der noch sehr jungen Band ist schnell erklärt, handelt es sich doch bei vier der fünf Nasen um Musiker der dahingeschiedenen Underground-Perlen Synasthasia und Ravage - ihres Zeichens Dong-Veteranen und bis zu ihrer Auflösung festes Inventar der regionalen Szene. Weit gefehlt, wer dachte, dass die Jungs jetzt vernünftig werden… Bock auf irgendwas zwischen Synasthasia und Iced Earth? Dann hin!

Jesus Chrüsler Supercar
Rotziger Rock’n’Roll wird in diesem Jahr aus Stockholm geliefert! Nur zu dritt kreieren Jesus Chrüsler Supercar eine Klangwand, wie sie fetter nicht sein könnte.  Kein Wunder, hat man sich doch den Sound von Entombed zum Vorbild genommen und mit Tomas Skogsberg auch gleich eine Ikone unter den Death Metal Produzenten an die Regler geholt.
Am Ende kommt dabei ein grooviger Shit zutage, der sicher auch Lemmy im Jenseits rhythmisch ans Whiskey-Glas tippen lässt! Seit 2011 hat das Trio die Single „Killing Machine“, das Album „Among the Ruins of Desolate Lands“ und die EP „Full Blown Hell“ veröffentlicht und dabei verlässlich Songs abgeliefert, die Dong-Veteranen an eine Mischung aus Crossplane und Kamikaze Kings erinnern dürften. „Pitchfork“ oder „666“ als beste Beispiele dafür. „God Gave Me Nothing“ stellt sogar unter Beweis, dass man was von Southern Rock versteht. Bands die Jesus und irgendwas mit Autos im Namen tragen, die müssen halt gut sein!

Kadavrik
Verheißungsvolle 13 erfolgreiche Jahre haben Kadavrik inzwischen auf dem Buckel. Grund genug eigentlich, das Melodic Death Kommando aus Wesel zum geilsten Festival des Potts einzuladen. Da trifft es sich ganz gut, dass die Krawallbrüder Mitte letzten Jahres mit GRIMM I + II ihr viertes Album rausgehauen haben, das sich mit den Märchen der Gebrüder Grimm beschäftigt. Aber keine Sorge, die Märchenstunde wird sich eher den düsteren Kapiteln der bekannten Autoren widmen.
Die Band hat öffentlich erklärt, dass sie mit allen Kompromissen durch sind, seien es Genrekategorien oder andere Regeln. Genau darum sei das neue Album genau so geworden, was sie wollten. Ihr könnt euch selbst davon überzeugen, wenn Kadavrik euch ein amtliches – dürfen wir überhaupt noch Melodic Death sagen? – Brett vor den Latz knallen. Wir hoffen nur, dass unser Zelt noch steht, wenn die Truppe die schon mit Graveworm und Napalm Death auf Tour war, mit Euch fertig ist.

Kryptos
Wenn man an Indien denkt, ertappt man sich dabei an heilige Kühe, höllisch scharfes Curry und den Ganges zu denken. Doch egal, was einem spontan durch den Kopf geht, wenn man an die ehemaligen britischen Kolonien denkt, kerniger Old School Thrash ganz ohne folkloristischen Schnickschnack steht hier nicht gerade an erster Stelle. Zum Glück haben Kryptos es sich auf die Fahnen geschrieben diesen unsäglichen Umstand endlich zu bereinigen.
Die indischen Metal-Pioniere machen vor wie es geht: Die Jungs wurden als erste indische Metalband von einem internationalen Label gesigned. Auch das Wettrennen um die erste Europatournee als indische Botschafter des Metals konnte das Quartett für sich entscheiden. Abgerundet wird die beeindruckende Biographie von zwei Auftritten auf dem einzigen größeren indischen Metal Event, dem Bangalore Open Air auf. Nichts liegt also näher als die Truppe als erste indische Band zu uns auf die Halde einzuladen.

The Pokes
Folk hat als erfrischender Sidekick eine wunderbare Tradition auf dem Dong Open Air. Wem das gefällt, und insbesondere denen, die im letzten Jahr Fiddler‘s Green abgefeiert haben, legen wir 2016 The Pokes ans Herz. Nicht zu verwechseln mit The Pogues, wobei man sich allerdings fragen muss, warum erstere nicht mittlerweile ebenso populär sind, wie ihre Folk-Punk Kollegen aus Irland.
„Unsere“ The Pokes stammen aus Berlin, und wer vor neun Jahren schon beim damaligen Dong dabei war, der wird sich erinnern, dass das nichts zu Sache tat. Gewackelt hat das Zelt, als Ian Beer und seine Kumpels die Bühne rockten, als würde eine irische Schafherde über eine ebensolche Küstenklippe springen. Wenn ihr nun noch berücksichtigt, dass man vom Dongberg aus im Norden die Festlandmanufaktur von Kerrygold sieht, dann stellt ihr fest, dass hier zusammen kommt, was zusammen gehört! „Hiding out, hiding out, hiding in a bar / hiding out, hiding out, happy with a jar!“

Raven Woods
Wenn Raven Woods loslegen, dann klingt das nach Geschützfeuer, das voll ins Ziel trifft! Feinster Death Metal, der in Präzision und Klang an Behemoth erinnert, wird hier mit Feuereifer aus den Rohren geblasen!  1997 gründete sich die Truppe aus Ankara, ursprünglich eher dem Melodic Black Metal zugehörig. Auf dem ersten Langspieler „... And Emotions are Spilled“ erfolgte 2006 dann die Wandlung zum Death Metal. Auftritte mit Nile und weiteren Idolen folgten und bestärkten das Quintett darin, auf dem richtigen Weg zu sein.  Bei allen Einflüssen vergessen Raven Woods glücklicherweise nicht, die eigene Identität in ihren Stücken unterzubringen. Orientalische Anleihen mitten im Geballer, ganze Zwischenspiele wie in „Upheaven-Subterrenean“ oder Kooperationen mit Sufi-Künstler Mercan Dede verleihen der Band Individualität und ein Stück islamische Mystik.  Mit ihrem reifsten Werk “Enfeebling the Throne” rücken die Türken nun dem Dongberg zu Leibe!

Skyclad
Um die Originators of Folk Metal ist es ruhig geworden. Das letzte Album liegt, sagen wir, eine Weile zurück. Auch die letzte Tour ist nicht unbedingt frisch im Gedächtnis. Doch gewisse Quellen berichten, dass es in Newcastle am Tyne vor kurzem wieder zu köcheln begonnen hat. Songmaterial zirkuliere in der Band. Nachts sei noch lange Licht in Sänger und Texter Kevin Ridleys Arbeitszimmer gesehen worden. Und ein alter Weggefährte sei wieder aufgetaucht. Dave Pugh, Skyclad-Gitarrist von `91 bis `95 ist angeblich Teil der aktuellen Besetzung.
Ob Verlass auf diese Quellen ist, wollen wir in diesem Sommer herausfinden. Die Band, die in den 90ern wie keine andere Premium-Alben am Fließband produziert und ein ganzes Genre begründet hat, holen wir an den Ort zurück, den sie längst als ihr zweites Zuhause bezeichnet. Und wenn die Gerüchte stimmen, dann härter denn je, schließlich sind mit Dave Pugh einige der schroffsten Folk Metal Songs ever entstanden!

Suidakra
Mit drei Dong-Shows und über 20 Jahren auf dem überaus krummen Buckel braucht man Suidakra eigentlich nicht mehr vorzustellen. Aber bevor Arkadius und - noch schlimmer - Lars auf diese ganz besondere Art die Brauen hochziehen, machen wir es lieber doch.
Bereits 2004 hatte die Band, die für eine kriegerische Mixtur aus Melodic Death und Celtic Folk steht, die Halde zum Wackeln gebracht. Dabei ließen sich besagte Augenbrauen und ihr Gefolge auch nicht von einem längeren Stromausfall stoppen und zogen die Show ausschließlich mit Taschenlampen als Lightshow-Ersatz durch. Seitdem sind sie regelmäßig auf dem Dongberg zu Gast und so etwas wie ein (lästiger) Teil der Familie geworden. Fans derberer War Tunes und Liebhaber von Balladen mit keltischem Touch werden voll auf ihre Kosten kommen. Denn wie es sich auf Familientreffen ziemt, macht man sich schick, was im Falle der Monheimer das Paket mit Dudelsack und Sängering Tina bedeutet – Gänsehaut garantiert!

Testament
Testament sind vielleicht der beste Grund, um den Sinn des Formats „Big Four“ als die Crème de la Crème des Thrash Metals in Frage zu stellen. Seit 1987 liefert die Band konstant das, wofür die San Francisco Bay Area bekannt ist: Thrash der Güteklasse Naturgewalt! Die enorme Bandbreite zwischen dem Geschwindigkeitskiller „D.N.R“, über Klassiker wie „Disciples of the Watch“ bis hin zu „The Ballad“ macht klar, welche Schaffenskraft hier am Werk ist.
In über 30 Jahren Bandgeschichte trugen Musiker von u.a. Slayer, Death, Iced Earth, Machine Head und Halford um Sänger Chuck Billy zu einem Reifeprozess bei, der Testament nach wie vor an der Spitze des Genres hält. Gitarrist Alex Skolnick sagte übrigens schon 1990 in einem MTV-Interview, dass die Reaktionen des europäischen Publikums großen Einfluss auf Testaments Songwriting hätten. Zeigt euch also bitte von eurer allerbesten Seite, wenn ihr unter dem Motto „Into the Pott“ endlich auf „Into the Pit“ trefft!

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Zusätzliche Informationen:

Karten: 54,99 Euro inkl. MwSt., Versand kostenlos

Bier: 2,50 Euro