Zufallsfotos vom Rise Against in Düsseldorf - Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf (17.11.2014) -

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Rise Against

Rise
Am Montag den 17. November 2014 war die US-amerikanische Punk-/Hardcore-Band Rise Against aus Chicago zu Besuch in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle. Mit im Gepäck hatten sie neben zwei Supportbands ihr aktuelles Album „The Black Market“, welches es in Deutschland, genau wie der Vorgänger „Endgame“, auf Platz 1 der deutschen Albumcharts schaffte.

Den Anfang machten die Brüder Cole und Max Becker sowie Joey Armstrong, die pünktlich um 19:30 die Bühne enterten. Emily’s Army sollte die Band laut Veranstalterwebseite und allen anderen Quellen heißen. Jedoch haben die Jungs die Band schon seit ein paar Monaten (offensichtlich mehr oder minder heimlich) in Swimmers umbenannt. Das was die Band selber als „Beach Pop“ bezeichnet kann bei mir persönlich nicht zünden. Die Gesamtstimmung in der Halle war zwar ein wenig besser als die meine, im Großen und Ganzen jedoch waren die Publikumsreaktionen eher verhalten. Die Band ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen und zockte sich springend und headbangend durch ihr rund 25 Minuten dauerndes Set.

Nach einer übertrieben langen Pause (während derer zu 75% der Zeit nichts auf der Bühne umgebaut wurde) von rund 40 Minuten war es dann soweit für die zweite Band des Abends. Selten kommt es vor, dass schon während des Umbaus die Spannung des Publikums und die Erwartungen für eine Vorband derart groß sind. Sprechchöre und kollektiver Gesang brachten das Publikum schon in Stimmung, da saßen die Bandmitglieder vermutlich noch im Tourbus. Aber die Supportband war nicht irgendeine unbekannte Band, sondern mit Pennywise eine erfolgreichsten unabhängigen Punkbands der Welt.

So war es nicht verwunderlich, dass sich die Mitsubishi Electric Halle schnell in einen Moshpit verwandelte und viele Zuhörer aus lauter Kehle mitsangen. Jim Lindberg (Gesang), Fletcher Dragge (Gitarre), Randy Bradbury (Bass) und Byron McMackin (Schlagzeug) wissen seit Jahren, wie man ein Publikum begeistert und so schafften sie es binnen kürzester Zeit das Publikum aufzuwärmen. Bei „Same Old Story“ wurde begeistert gesprungen und spätestens am Ende des Sets gab es kein Halten mehr und wirklich jeder sang „Bro Hymn“ so laut mit, wie er konnte. Man könnte fast schon zufrieden nach Hause gehen, aber mit Rise Against stand das eigentliche Highlight ja noch an.

Setlist Pennywise
Pennywise
Rules
Something to Change
My Own Country
The World
My Own Way
Do What You Want (Bad Religion Cover)
Same Old Story
Perfect People
Society
Fuck Authority
Bro Hymn

Rise Against besteht nun schon seit 2007 aus den vier Mitgliedern Tim McIlrath (Gesang, Gitarre), Joe Principe (Bass), Zach Blair (Gitarre) und Brandon Barnes (Schlagzeug) und neben den wenigen Änderungen im Line Up ist die Band auch bemüht inhaltlich eine konsequente Linie zu finden. Songtexte verarbeiten seit jeher häufig Tierrechte oder politische Themen. Da durften natürlich Stände von Peta, Sea Shepherd und einer Initiative gegen Rassismus im großen Foyer der Halle nicht fehlen.

Es war 21:45 Uhr und dunkel in der Halle, als vier Schattengestalten die Bühne betraten und ihre Instrumente ergriffen. Kein Intro, kein großes Getue vorab sondern mit einem Sprung und dem Knaller „Ready To Fall“ direkt los. Große Angst ihre Hits zu früh zu verpulvern dürften Rise Against nicht gehabt haben, denn in den letzten Jahren haben sich genug großartige Songs angesammelt, um ein Konzert von Anfang bis Ende spannend zu halten.

Der Fokus der Setlist lag etwas stärker auf älterem Material. Von „The Sufferer & the Witness“ und „Appeal to Reason“ schafften es fünf beziehungsweise vier Songs in das Abendprogramm. Die beiden neusten CDs kamen nur mit je drei Songs zum Zuge. Das war dem Publikum dem Lautstärkepegel nach zu urteilen aber genau recht, denn wie so häufig sind die älteren Songs die beliebteren. Natürlich wurden mit „Tragedy + Time“ und „I Don't Want to Be Here Anymore“ die beiden Single-Auskopplungen präsentiert, viel weiter wollten die Amerikaner aber offensichtlich nicht auf „The Black Market“ eingehen.

Rise Against wussten an diesem Abend in Düsseldorf zu überzeugen und das Publikum mitzureißen. Während die Band auf der Bühne umhersprang pogte das Publikum vor dem Wellenbrecher um die Wette. Schweißüberströmt ruhten sich die Zuschauer am Seitenrand aus, nur um bei den ersten Klängen eines ihrer Favoriten wieder in den Moshpit zu sprinten. Auch Frontmann Tim McIlrath stattete der Menge einen kleinen Besuch ab und stellte sich während „Give It All“ auf die Absperrung direkt vor die erste Reihe um sich beim Gesang die Unterstützung der Fans zu sichern.

Der Vierer aus den USA schafft es immer wieder eine großartige Show mit vergleichsweise kleinem Aufwand abzuliefern. Keine Pyros, kein Konfetti nicht mal LED- oder Videowände wurden mitgebracht. Einzige Bühnendeko waren die vier leuchtenden Buchstaben „R I S E“. Was zählt ist die Musik und die Verbindung zu den Fans und dafür bedarf es keiner großen Showeffekte.

Kurz vor dem offiziellen Ende des Konzertes wurde es noch einmal ruhig in der Halle, denn mit „People Live Here“, „Swing Life Away“ und dem großartigen „Hero of War“ folgte ein Akustikblock. Als ob 18 durchgefeierte Lieder nicht ausreichend gewesen wären, wurde die Band im Anschluss lautstark zu einer Zugabe zurück auf die Bühne geholt. Für das Ramones Cover „Teenage Lobotomy“ brachten sie auch Pennywise noch einmal mit vor das Publikum, bevor nach zwei weiteren Lieder der Konzertabend endgültig endete.

Es war wahrlich ein Fest und auch wenn der Sound leider eher mäßig war, lässt sich der Abend unterm Strich schwerlich kritisieren. Eine starke Liveband traf auf ein feierwilliges Publikum und was folgte war eine 21 Songs lange Punk-Rock-Abriss-Party die nach einer Wiederholung schreit.

Setlist Rise Against
Ready to Fall
Give It All
Re-Education (Through Labor)
Behind Closed Doors
Tragedy + Time
The Good Left Undone
Like the Angel
I Don't Want to Be Here Anymore
Help Is on the Way
Chamber the Cartridge
Voices Off Camera:
Prayer of the Refugee
Alive and Well
Audience of One
Satellite
--- Akustikpart ---
Hero of War
People Live Here
Swing Life Away
--- Zugabe ---
Teenage Lobotomy (Ramones Cover) (mit Pennywise)
Make It Stop (September's Children)
Savior