Einfach die Welt abschalten, das wünschen sich anscheinend die Melodic Trash/Death Metaller von The Very End. Zumindest könnte man den Eindruck gewinnen, wenn man Artwork und Texte der neuen Scheibe "Turn off the world" der Essener Combo um Frontmann und Cheftexter Björn Gooßes genauer betrachtet.

Für das The Very End übliche Artwork mit dem geflügelten Lautsprechersarg zeigt sich, wie immer, die Essener Artwork-Schmiede Killustrations verantwortlich. Ich bin mir nicht sicher ob der Sarg, der dieses Mal aus rauschenden Fernsehern zusammengesetzt wurde, schon ein Fingerzeig in Richtung Medienkritik sein soll, zum Titel (und den Texten) des Albums passt er jedenfalls perfekt.

Turn off the World klingt auch gleich um einiges düsterer als die beiden Vorgänger "Versus Life" und "Mercy and Misery". Band-Stimme Björn Gooßes klingt um einiges rauer als auf der "Mercy and Misery", allgemein ist die Scheibe grober gearbeitet.

Der erste Song , der allgemein stark medien- und sozialkritisch angehauchten Scheibe lässt einen dann auch gleich verwundert aus der Wäsche schauen: Nanu? Deutsch?

Aber ich kann Entwarnung geben, es sind nur Zwischenrufe im Refrain die den ersten Song "Splinters" mit deutschen Satzfetzen garnieren. Ich bin zwar kein wirklich großer Fan von Songs in denen zwei Sprachen gemischt werden, vor allem wenn sich einem der Sinn dessen nicht so ganz erschließt, doch zum Glück hält sich das bei "Splinters" in Grenzen. Ansonsten erwartet einen auf der Scheibe klassische Kost, wobei die Band es auch hier grandios versteht in den Songs für Überraschungen zu sorgen. So stoppt der Song "Iron Sky" - der nebenbei bemerkt nicht mit Nazis vom Mond zu tun hat - mitten drin plötzlich und geht in einen eher ruhigen Solopart über. Die stimmlichen Fähigkeiten des Fronters überzeugen derweil so sehr, dass mir der Gastauftritt von Entombed-Frontmann Petrov bei der Nummer "The Black Fix" total entgangen wären, wenn ich nicht vor dem Hören der Scheibe darüber gelesen hätte. Es wird einem aber auf "Turn off the World" nicht nur die volle Dröhnung Trash-Metal um die Ohren gezimmert, es finden sich mit "Sixes and nines" und "Maelstrom Calling" auch durchaus ruhigere Stücke oder gar zünftig rockige Nummern auf dem Album, die einem zwischen dem kompromisslosen Geballer auch mal Zeit für eine Verschnaufpause geben. Mir persönlich Gefallen die hauptsächlich clean gesungenen Songs am besten, das ist aber letztendlich Geschmackssache.

The Very End liefern mit "Turn Off the World" ein geniales Album ab, dass - wenn man sich mal an den neuen Sound gewöhnt hat - durchaus für Dauerrotation geeignet ist.

Titel:

Turn Off The World

Veröffentlicht am:

23.11.2012

Label:

SPV Steamhammer

Bewertung:

8.5

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Tracklist:

01. Splinters
02. Iron Sky [X]
03. Infidel
04. The Black Fix
05. Maelstrom Calling [X]
06. Sixes And Nines
07. The Last Mile
08. Dreadnought [X]
09. Gravity
10. Orphans Of Emptiness
11. To Feed On Hope