Rockpalast ist einigen ein Begriff, manch anderem weniger. Was verbirgt sich eigentlich dahinter? Produziert vom WDR, ist es eine Reihe ausgewählter Konzerte. Viele sind schon legendär geworden, und eben eines dieser legendären Konzerte - aus der allerersten Rockpalast- Nacht wohlgemerkt- läuft nun vor mir auf dem Bildschirm. Damals,inzwischen kann man das so sagen, denn wir sprechen hier von der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 1977, wurden die Konzerte live in mehrere europäische Länder und parallel im Radio übertragen. Genau geht es hier um Roger McGuinn's Thunderbyrd aus der Grugahalle Essen.

Das erste, was man sieht, wenn man auf Play drückt, ist Werbung. Und davon nicht zu knapp. Schon irgendwie nervig, aber nach ein paar Minuten kommt dann doch endlich die bekannte Rockpalast Leuchtschrift und der Konzertmitschnitt beginnt. Dann muss man sich auch vor Augen halten, dass dieses Konzert 1977 aufgenommen wurde. Mit heutigen Konzertmitschnitten kann es leider nicht wirklich mithalten. Die Bilder sind eine redundante Reihenfolge der gleichen Einstellungen und ebenso scheint es die Miene des Sängers zu sein. Ziemlich unspektakulär zieht also dieses Konzert an einem vorüber.

Eine beliebte Einstellung scheint die Fronansicht des Sängers zu sein, mal nur von seinem Gesicht, der dabei mit den Augen rollt und einen irgendwie irren Blick preis gibt. Dann macht er einen Schlenker nach hinten oder zur Seite. Unterbrochen wird es durch Einstellungen, die seine Bandkollegen zeigen. Oft rennen die Musiker aus dem Bild und die Kamera versucht zu folgen. Um ehrlich zu sein, an diesem Bild hat man sich bald satt gesehen, das ist es nicht, was einen am Bildschirm hält. Dazu kommt, dass einzelne Einstellungen ziemlich unscharf sind oder auch Streifen durchs Bild laufen, das ist halt das Alter. Dafür sieht aber der Sänger mit offenem Hemd ziemlich lecker aus. Ganz anders zum Bild verhält es sich mit der Musik. Sie reißt mit und lässt mich fragen, warum ich nicht eher auf diese Band gestoßen bin. Rockig mit Einflüssen aus Country und Blues, geilen Gitarrensoli ist dieser Part der DVD sehr gelungen. Die Soundqualität kann sich auch sehen lassen, ihr merkt man das Alter zum Glück nicht an.

Zum Ende des Konzerts sind die "Zugabe" Rufe des Publikums eingefangen, während man der Band in den Backstage Bereich folgt und dann plötzlich im Publikum steht, bevor es zur Zugabe geht.Und nun höre ich auch die ersten Songs, die ich tatsächlich kenne: "Turn turn turn" und "Mr. Tambourine Man".Zur Aufmachung: die DVD gibt es in einem schlichten Digipack mit dünnem Booklet, das aber immerhin Infos zum Rockpalast und zur Band beinhaltet. Ein bisschen Werbung für weitere DVDs und CDs darfs dann auch noch sein.Leider leider gibt es nicht mehr, kein Bonusmaterial, keine weiteren Fotos, Texte oder Infos im Booklet. Man kann lediglich aussuchen, ob man das Konzert am Stück schauen will oder Titel aussuchen will. Für heutige Verhältnisse also eindeutig underdressed, aber man darf nicht vergessen, dass dieses Konzert und die Mitschnitte nun schon über dreißig Jahre alt sind und die ausgeklügelten Lightshows, Pyroeffekte und was es sonst noch gibt nicht von Anfang an mit auf der Bühne standen. Wäre aber die Kameraführung etwas abwechslungsreicher und dynamischer, wäre diese DVD ein gutes Abendprogramm.


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Titel:

West Coast Legends Vol. 4 Rockpalast

Veröffentlicht am:

30.07.2010

Bewertung:

7.0

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Tracklist:

01. Lover Of The Bayou
02. American Girl
03. Mr. Spaceman
04. Why Baby Why/ Tiffany Queen
05. Golden Loom
06. Juice Head
07. Chestnut Mare
08. Midnight Dew
09. Dixie Highway (feat. Sam Clayton/Little Feat)
10. We Can Do It All Over Again
11. Shoot Him
12. Feel A Whole Lot Better
13. Turn, Turn, Turn
14. Mr. Tambourine Man
15. Eight Miles High